Katenweg: Es bleibt laut

Links die Bahn, rechts die Gärten: Ohne die Wand sind Anwohner dem Lärm schutzlos ausgeliefert. (Foto: pr)

Senat plant keinen provisorischen Lärmschutz für Anwohner der Bahnstrecke zwischen Wilhelmsburg und Harburg

Im Garten sitzen und den Sonnenschein genießen konnte Alfred Lischewski am Wochenende vergessen. Und auch für den Rest des Sommers werden er und seine Nachbarn im südlichen Katenweg darauf verzichten müssen. Denn die Lärmschutzwand, die zwischen ihren Gärten und der Bahnstrecke stand, die täglich von rund 800 Zügen befahren wird, wurde am 22. Februar im Auftrag der Stadt von der Planungsgesellschaft Deges abgerissen – das Wochenblatt berichtete. Weiter nördlich, im Bereich der Leipeltstraße und des Schwentnerrings sind die Wände bereits im Oktober 2013 abmontiert worden. Die Arbeiten dienen als Vorbereitung zur Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße. Eine neue, viel höhere Lärmschutzwand wird erst ab August gebaut. Eine provisorischen Lärmschutz wird es nicht geben, das geht aus einer Antwort des Senats auf die bereits zweite kleine Anfrage der Partei Die Linke hervor. Einen solchen Schutz aufzustellen, sei technisch nicht möglich. Dabei hatte die Deges zuvor noch behauptet, ein Provisorium wäre zu teuer.
Lischewski und seine Nachbarn fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen. „Man versucht, es stumpf auszusitzen. Niemand äußert sich, niemand kümmert sich“, sagt der Wilhelmsburger. Dabei leidet die Gesundheit der Anwohner, die Tag und Nacht einem Lärmpegel von bis zu 90 Dezibel ausgesetzt sind – weit mehr als für Wohngebiete zulässig. Die Folgen des Dauerlärms und Schlafmangels sind spürbar, so Lischewski. „Wir leiden an Konzentrationsschwäche und sind aggressiv. Meine Frau und ich gehen uns schon wegen Nichtigkeiten an die Gurgel“, sagt er.
Scharfe Kritik an dem Vorgehen der Stadt kommt von Lokalpolitikern. Die Wilhelmsburger SPD fordert schnelle Hilfe für die Anwohner und auch die CDU will sich für eine mobile Lärmschutzwand einsetzen.


Infos für Anwohner:
Am heutigen Mittwoch, 2. April, 19 Uhr informieren die Initiative Engagierte Wilhelmsburger, der Mieterverein und Lokalpolitiker im VKE-Vereinshaus, Brackstraße 43, Mieter der Häuser in der Leipeltstraße und im Schwentnerring über die Situation rund um die entfernte Lärmschutzwand.
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