Karl-Arnold-Ring: Rotes Kreuz übernimmt Flüchtlingsdorf

In der Erstaufnahme im Karl-Arnold-Ring 11 leben zurzeit 266 Flüchtlinge.

Zu wenig Personal: Fördern & Wohnen gibt Leitung der Erstaufnahme ab

Um den bisherigen Betreiber Fördern und Wohnen (f&w) zu entlasten, übernimmt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf Bitten der Innenbehörde die Leitung der Flüchtlingsunterkunft Karl-Arnold-Ring. „Durch die Tatsache, dass diverse Standorte für die Flüchtlingsunterbringung auf Hamburger Stadtgebiet geschaffen und betreut werden müssen, kommt auch f&w an seine personellen Grenzen“, erklärt Norbert Smekal, Sprecher des Einwohner- Zentralamtes, das der Innenbehörde untersteht.
Zurzeit betreut f&w nach eigenen Angaben 65 Wohnunterkünfte für Zuwanderer und wohnungslose Menschen, sechs Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge, zwei Übernachtungsstätten und zwei Standorte für das Winternotprogramm für obdachlose Menschen.
„Fördern und wohnen leistet zurzeit eine Herkulesaufgabe“, sagt Harald Krüger, Geschäftsführer des Kreisverbands DRK Hamburg-Harburg. Sein Kreisverband wird die Erstaufnahmeeinrichtung im Karl-Arnold-Ring mit insgesamt 266 Bewohnern ab dem 1. November zunächst ein Jahr lang betreiben. „Die Arbeit mit Flüchtlingen ist nichts Neues für uns“, betont Krüger. Das DRK habe schon vor 20 Jahren ein Flüchtlingsheim in Heimfeld geleitet und betreibe seit 25 Jahren eine Beratungsstelle für Migranten. Aktuell sorgt das DRK für die Kinderbetreuung in vier Flüchtlingsunterkünften – zukünftig auch in der Dratelnstraße.
Mit dem neuen Betreiber verdoppelt sich die Zahl der Ansprechpartner für Flüchtlinge im Karl-Arnold-Ring. Das DRK will mit zwölf Mitarbeitern präsent sein. Sechs Sozialpädagogen werden sich um die Bewohner kümmern, sechs weitere Mitarbeiter sollen dafür sorgen, dass Verwaltung und Technik reibungslos funktionieren.
Krüger will zudem das Freizeitangebot ausweiten, und in der ehemaligen Schule eine tägliche Kinderbetreuung, Deutschkurse, eigene Angebote für Frauen und eine Sozialberatung anbieten. Geplant ist auch die Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative „Die Insel hilft“. Langfristig werde das DRK die Kleiderkammer übernehmen, die Wilhelmsburger Bürger in Kirchdorf-Süd eingerichtet haben. „Wir haben den Anspruch, den Menschen nicht nur ein Dach über dem Kopf und Essen zu bieten, sondern dafür zu sorgen, dass sie möglichst gut ankommen und sich willkommen fühlen“, sagt Krüger und räumt jedoch ein: „Das ist eine Massenunterkunft. Die ist nicht gemütlich, da muss man sich nichts vormachen.“


Kritik an Unterbringung
Während einer Info-Veranstaltung der Behörden zum Thema Flüchtlingsunterkünfte in Wilhelmsburg wurde vergangene Woche Kritik an der Unterbringung im Karl-Arnold-Ring laut: Eine ehrenamtliche Helferin berichtete, eine Frau aus Syrien habe sich bei ihr darüber beklagt, dass sie mit 13 fremden Männern in einem Raum schlafen müsse. Christiane Schröder, Sprecherin von Fördern & Wohnen streitet das ab. Für alleinstehende Frauen habe man sogar ein spezielles Frauenzimmer eingerichtet. Auch Harald Krüger vom neuen Betreiber DRK sieht eine gemischte Unterbringung als unzumutbar an. „Es kann nicht sein, dass Männer und Frauen, die sich nicht kennen in einem Raum schlafen müssen“, sagt er.



Handarbeiten für Flüchtlingsfrauen
Kirchdorf-Süd. Ab sofort trifft sich eine Handarbeitsgruppe in der Flüchtlingsunterkunft im Karl-Arnold-Ring. Los geht es am morgigen Donnerstag. Die Frauen stricken und häkeln gemeinsam. Zuvor waren viele Wilhelmsburger einem Aufruf von Barbara Kopf aus dem Freizeithaus Kirchdorf-Süd gefolgt und spendeten Wolle. Ziel der neuen Gruppe ist es, den Flüchtlingsfrauen das Ankommen in Deutschland zu erleichtern. Um den Austausch zu fördern, werden noch Wilhelmsburgerinnen gesucht, die Lust haben, mitzumachen. Sie können sich bei Barbara Kopf im Freizeithaus Kirchdorf-Süd unter Tel. 750 73 53 melden.
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