Kahlschlag am Berta-Kröger-Platz

Kurzer Prozess: Am Berta-Kröger-Platz haben Arbeiter 30 Sumpfeichen abgesägt – im nächsten Jahr soll es neue Bäume geben. Foto: cvs

Bezirksamt: Marode Bäume sollen nächstes Jahr ersetzt werden

von Ch. v. Savigny

Ein riesiger Greifer packt die zentnerschweren Holzstü-cke und stopft sie in die rotierende Trommel eines Buschhackers. In Sekundenschnelle werden die bis zu 30 Zentimeter dicken Eichenstämme zu feins-ten Holzschnitzeln zermahlen. Später kommt die Streu als Dünger oder als Abdeckung für Beete zum Einsatz. Kahlschlag auf dem Berta-Kröger-Platz!
Wo einst 30 ansehnliche Sumpfeichen wuchsen, sieht man derzeit nur noch triste Baumstümpfe. Das Bezirksamt Mitte will den Platz am Einkaufszentrum in diesem Jahr völlig neu gestalten: Für die gesamte Fläche ist eine Neupflasterung mit neuen Sitz- und Spielelementen vorgesehen. Der nördliche Abschnitt wird im Herbst wieder mit neuen Bäumen aufgeforstet. Beginn der Bauarbeiten ist Anfang Mai, Ende Ok-
tober soll der Platz wieder in neuem Glanz erstrahlen.
Auf der Elbinsel sorgt die Fällaktion auch für Unmut: Zu viele Bäume haben die Bewohner im Rahmen der Gartenschau (igs) bereits opfern müssen – bei Eröffnung im April nächsten Jahres werden es um die 2.000 Stück sein. Begründet wird dies damit, dass sie krank oder altersschwach seien oder den Planungen im Weg stünden – so wie am Berta-Kröger-Platz. „Mich regt auf, dass Bäume als beliebig austauschbarer Zierrat angesehen werden und nicht als Lebewesen“, sagt Anwohner und Biologe Jörg v. Prondzinski. „Meiner Meinung nach hätte man sie auch stehen lassen können.“
Nach Auskunft des Bezirksamts waren die dortigen, rund 35 Jahre alten Sumpfeichen zwar nicht krank, galten aber als „angegriffen“. Neun von ihnen hätten Brüche und Ent-
wicklungsstörungen aufgewiesen. „Auf Dauer wären sie abgestorben“, sagt Projektleiter Sönke Gerundt. Bei den neuen Bäumen, die allerdings erst im Oktober kommen, handelt es sich um Zerreichen, die als besonders robust gelten. Um die Bewurzelung zu erleichtern, werden unterirdische Belüftungskanäle gebaut, die mit Grobschotter und Wurzel-
lockstoffen angereichert sind.
Während der Bauarbeiten zieht der Wochenmarkt auf die Krieterstraße um. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die Ladenpassage des Einkaufszentrums und der S-Bahnhof fertig gebaut werden.
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