Kaffeekönig im Kiwi

Hamburgs Kaffeekönig Albert Darboven war begeistert von den Wettbewerbsbeiträgen der Wilhelmsburger Schüler. Foto: sd

Albert Darboven besuchte Schüler-Foto-AG zum Thema Fairer Handel

von Sabine Deh

Die Foto-AG des Kiwi-Gymnasiums macht bei einem Foto-Wettbewerb zum Thema fairer Handel mit, zu dem das Hamburger Aktionsbündnis für gerechten Welthandel aufgerufen hat. Einen Zwischenstand ihrer Arbeiten präsentierten die zehn Schüler jetzt Hamburgs Kaffeekönig Albert Darboven, ein Pionier auf dem Gebiet des fairen Handels.
Mit Witz und Charme zog der 76-jährige „Atti“ Darboven die 16- bis 18-Jährigen sofort in seinen Bann. Er sei bereits vor mehr als 20 Jahren als einer der ersten auf den Fair-Trade-Zug gesprungen, berichtete der elegante Herr den jungen Leuten. Das Kaffeehandwerk lernte er von der Pike auf. Gern und oft reiste er auch direkt in die Anbauorte und lebte dort sogar eine Weile mit den Bauern. „Diese freundlichen Menschen haben mit mir ihr Brot geteilt und mich in ihren Hängematten schlafen lassen“, so Darboven. Seither liege ihm das Thema „fairer Handel“ am Herzen. Die Gymnasiasten wollten wissen, ob sich im Lauf der Jahre etwas für die Menschen vor Ort verändert habe und erfuhren, dass es jetzt zum Beispiel in Mittelamerika deutlich weniger Drogenanbau gäbe, dafür aber eine Mittelschicht, die gut vom Kaffeeanbau leben könne.
Von den Foto-Arbeiten der Schüler war er sichtlich begeistert: „Sehr kreativ und tiefsinnig“, lobte Darboven die Motive. Ausführlich ließ er sich erklären, wie die jungen Frauen und Männer ihre Ideen entwickelten. Um die klaffende Schere zwischen Arm und Reich auf der Welt darzustellen, zeigten die Schüler etwa einen Europäer mit Wohlstandsbauch und Diätprodukt in der Hand, während im Hintergrund ein abgemagerter Schwarzer vor einem leeren Teller sitzt. Der Wettbewerbsbeitrag von Florian Grossmann zeigt, was für ein Aufhebens bei uns in Sachen Tiernahrung betrieben wird – spezielles Futter für glänzendes Fell und schöne Zähne – während die Menschen in der Dritten Welt hungern müssen.
Ingo Dannenberg, der Leiter der Foto-AG, war sichtlich stolz auf seine Schüler und ist davon überzeugt, dass sich die Arbeit an diesem Projekt gelohnt habe, auch wenn die Wilhelmsburger am Ende nicht zu den Wettbewerbs-Siegern gehören sollten.
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