Jugendliche fischen Schrott aus Kanal

Keine Angst davor, sich die Hände schmutzig zu machen: Dariusz (17) zieht einen rostigen Einkaufswagen aus dem Kanal.

Aktion „Hamburg räumt auf“: Verein Gangway unterwegs mit Barkasse Pauline

Dariusz greift über die Reling, zieht einen rostigen Einkaufswagen aus dem Wasser und wirft ihn zu dem alten Fernseher, dem Fahrrad und dem Autoreifen an Bord der Barkasse Pauline. Statt Unterricht stehen heute für den 18-Jährigen und die anderen fünf Jungs, die die Schule des Wilhelmsburger Jugendhilfeträgers Gangway besuchen, 4,5 Stunden Müllsammeln im Ernst-August-Kanal auf dem Programm. Die Jugendlichen machen mit bei „Hamburg räumt auf“, einer jährlichen Aktion der Stadtreinigung und der Umweltbehörde.
Sie säubern die Uferböschung des Kanals freiwillig, erzählen die Schüler, die aus schwierigen Verhältnissen kommen und bei Gangway eine zweite Chance bekommen, ihren Schulabschluss zu machen. Besonders Fabian freut sich, mit der 100 Jahre alten Barkasse unterwegs zu sein. „Ich mag Schiffe gerne und habe auch schon ein Praktikum als Barkassenführer gemacht“, erzählt der 16-Jährige, der bald eine Ausbildung bei einer Wasserbaufirma machen möchte.
Die Ausbeute der Jungs kann sich sehen lassen: Zum Schluss türmen sich ein Berg Unrat und rund 15 Säcke Abfall an Deck der Pauline. Nach getaner Arbeit deponieren sie alles an einer Brücke am Kanal. Von dort transportiert die Stadtreinigung den Kram ab und entsorgt ihn.
Helga Arp von Gangway hat die Putzaktion der Jugendlichen mit zwei Kollegen organisiert. Sie war schon oft dabei, wenn die Pauline zur Müllsammeltour ausgelaufen ist. „In diesem Jahr ist es viel weniger Müll als sonst“, erzählt sie. Das liege aber nicht daran, dass es in Wilhelmsburg sauberer geworden ist. Im Gegenteil: „Letzte Woche lag hier noch sehr viel mehr. Ich habe sogar ein altes Sofa im Kanal gesehen. Andere Gruppen haben den Kram schon von Land aus beseitigt“, sagt Arp, die sich über den Einsatz der Stadtteilbewohner freut.
In diesem Jahr haben sich auf der Elbinsel 1.800 Menschen in 53 Gruppen vom 21. bis zum 30. März an „Hamburg räumt auf“ beteiligt. Das sind 250 mehr Teilnehmer als im vergangenen Jahr. Nach ersten Hochrechnungen der Stadtreinigung kamen hamburgweit 293 Tonnen Abfall zusammen. Durchschnittlich sammelte jeder 4,9 Kilogramm Unrat.
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