Jeden Donnerstag kommt die Leseoma

Gesa Schwarz und Inanc treffen sich ein Mal die Woche im Leseraum der Grundschule Kirchdorf in der Prassekstraße zum gemeinsamen Lesen.

Verein „Mentoren“ braucht ehrenamtliche Lesehelfer für zwei Wilhelmsburger Schulen

Samantha schlägt „Mama Muh baut ein Baumhaus“ auf. „Tierbücher mag ich am liebsten“, erzählt die Neunjährige. Neben ihr macht Heike Schack es sich in der Sitzecke im Leseraum gemütlich. Die 69-Jährige kommt seit September 2013 jeden Donnerstagnachmittag in die Grundschule Kirchdorf in der Prassekstraße, um mit ihrem Schützling lesen zu üben. Denn Samantha hat dabei Schwierigkeiten. „Ich muss klarer und deutlicher werden, sagt meine Lehrerin“, erzählt die Drittklässlerin. Sie freut sich jedes Mal auf ihre Leseoma. Und auch Heike Schack macht die Lesestunde Spaß. „Heute hat Samantha fast einwandfrei gelesen“, sagt die Rentnerin stolz.
Auch Inanc (9) macht Fortschritte, erzählt Gesa Schwarz. Sie hat wie auch Heike Schack aus der Zeitung von dem Verein „Mentor“ und dem Projekt Lesehelfer erfahren. Mit Kindern hat die ehemalige Schulsekretärin schon immer gerne gearbeitet. „Ein Kind baut auf. Das tut der Seele gut“, sagt sie.
Zurzeit sind an der Kirchdorfer Schule nur zwei Leselernhelfer im Einsatz. Doch der Bedarf ist weit größer. „Wir könnten mindestens zehn Kinder auswählen, für die so etwas toll wäre“, sagt Lehrerin Maren Böhmer, die das Projekt in der Schule koordiniert. Viele der Mädchen und Jungen kommen aus bildungsfernen Elternhäusern, kennen Bücher nur aus der Schule. Andere Eltern, haben einfach keine Zeit, mit ihren Sprösslingen lesen zu üben. „Für die Schüler ist die Lesestunde Qualitätszeit. In den Klassen ist diese eins zu eins Lesesituation einfach nicht möglich“, sagt Böhmer.
Aufgabe der Mentoren sei es, die Kinder zu unterstützen, nicht ihnen Leseunterricht zu erteilen, stellt Jürgen Wunder vom Verein „Mentor“ klar. Er begleitet die beiden Mentorinnen in Kirchdorf und zwei weitere an der Nelson Mandela Schule. „Wenn es Probleme gibt, suchen wir gemeinsam nach Lösungen“, sagt Wunder. Zudem besucht jeder Mentor als Vorbereitung ein Seminar. Die Lesehelfer betreuen ihre Schützlinge mindestens ein Jahr lang. „So kann eine gute Beziehung zwischen Mentor und Kind aufgebaut werden kann“, erklärt Wunder. „Das ist die halbe Miete.“
Für beide Schulen werden noch Lesehelfer gesucht. Interessierte können sich bei „Mentor – die Leselernhelfer Hamburg“ unter Tel. 67 04 93 00 melden.
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