Insel für Besserverdiener

IBA-Leuchtturmprojekt WaterHouses: Gut ein Jahr nach dem Baustart im Juni 2011 ist das Wasser für die fünf Wasserhäuser bereits eingelassen. Kleines Bild: So sollen die WaterHouses pünktlich zur Eröffnung der Bauausstellung im März 2013 aussehen. (Foto: IBA)

Wasserhäuser der Internationalen Bauausstellung feiern Richtfest

von Steffen Kozieraz

Ein weiteres „Leuchtturmprojekt“ feierte vergangene Woche sein Richtfest: Noch von Baugerüsten ummantelt ragen die fünf WaterHouses (auf Deutsch: Wasserhäuser) aus einer bräunlichen Brühe empor. Schon im März 2013 sollen die 34 Eigentumswohnungen bezogen werden, die bereits im November 2010 weggingen „wie warme Semmeln“.
Michael Schmidt, Leiter der zu Hochtief gehörenden Baufirma „format Nord“, zeigte sich hochzufrieden. „Innerhalb von nur vier Monaten hatten wir alles verkauft,“ so Schmidt. Das Wasser werde noch sauberer. Leicht fließend mit einer Verbindung zur Elbe soll der Kanurundweg mit Seerosengärten ein idyllisches Stück Natur abgeben. Wasserfälle von den Hauswänden sorgen dann für ausreichend Sauerstoff im Wasser.
Mit knapp 3.000 Euro pro Quadratmeter fand eine Mutter aus Altona das Preis-Leistungs-Verhältnis „sehr gut“ und wagt nun zusammen mit ihrem Sohn den „Sprung über die Elbe“. Ihren Namen möchte sie aber nicht verraten, denn sie wisse, „dass sich die meisten Wilhelmsburger so etwas nie leis-ten können“ und klingt dabei etwas schuldbewusst. Auch ein reiches Ehepaar aus Moskau soll sich hier eingekauft haben.
Die WaterHouses – eine Wohlstandsoase auf der armen Elbinsel, die Sozialneid hervorruft? Der Amtsleiter vom Bezirk Mitte, Andy Grote, sieht den Stadtteil aufgewertet und meint: „Die WaterHouses werden ein neues, positives Bild von Wilhelmsburg prägen.“ Anja und Thorsten Schablon aus Eimsbüttel haben sich vor dem Kauf nicht nur die hübschen Visualisierungen angeschaut, sondern auch das benachbarte Reiherstiegviertel. „Wir finden den kulturellen Mix hier sehr spannend,“ so Anja Schablon.
Außerdem überzeugte sie das ökologische Konzept. Solarthermie, Geothermie und Fernwärme geben dem elf Millionen Euro teuren Projekt für Besserverdiener den Passivhausstandard. Doch der größte Clou steckt im Wasserbecken, denn dieses dient als Rückhaltebereich bei Hochwasser. „Diese Fläche in die Stadtlandschaft zu integrieren, ist Ziel der Internationalen Bauausstellung gewesen,“ sagt IBA-Chef Uli Hellweg.
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