Immer cool bleiben

Leonardo (14), Feefi (14) und Furkan (13, v.l.) stellen eine Konfliktszene nach. Tutor Arwin Mostauli (l.) bespricht mit den Schülern wie sie in solchen Situationen cool bleiben.

„Zweikampfverhalten“ bietet Antiaggressionstraining an Stadtteilschule in Kirchdorf-Süd an

Feefi (14) ist wütend. Furkan (13) hat seine Familie beleidigt und war respektlos. Grund genug für den Jungen auf seinen Mitschüler loszugehen und auszuholen. „Ok, Stopp“, sagt Trainer Arwin Mostauli. Die beiden Schüler haben eine Szene nachgespielt, wie sie täglich auf jedem Schulhof passieren könnte. Wie sie cool bleiben und sich nicht provozieren lassen, erklärt ihnen Mostauli gemeinsam mit Rebekka Henrich vom Verein „Zweikampfverhalten“.
Rund 15 Schüler der Stadtteilschule Stübenhofer Weg besuchen das sogenannte Coolness-trainung des Vereins, das seit August 2012 als Nachmittagskurs an der Ganztagsschule angeboten und von der Zeit Stiftung gefördert wird. Viele von ihnen sind anfangs dazu verdonnert worden, weil sie im Unterricht oder auf dem Schulhof aggressiv waren, Lehrern widersprochen haben und Regeln nicht akzeptieren konnten. Heute kommen sie freiwillig, erzählt Rebekka Henrich, Gründerin des Vereins, der seinen Sitz seit September 2013 in Wilhelmsburg hat. Dass der Kurs bei den Schülern beliebt ist, liegt auch an seinem Konzept: Nach einer Stunde Theorie und kleinen Übungen im Klassenraum wird in der Turnhalle gemeinsam Fußball gespielt. Und hin und wieder kommen bekannte Fußballspieler zum Training. „Zweikampfverhalten ist ein Begriff aus dem Fußball“, erklärt Henrich, ausgebildete Kriminologin und Sozialarbeiterin. „Es geht darum zu wissen, wie man sich in einer Zweikampfsituation verhalten muss, ohne dass man Stress bekommt.“ „Fair im Sport. Cool im Alltag“ ist ein Leitbild des Vereins.
Auch Arwin Mostauli war als Jugendlicher verhaltensauffällig und besuchte einen der Kurse von Zweikampfverhalten, die hamburgweit angeboten werden. Heute ist der 19-Jährige Vorbild für die Schüler. „Ich kann mich in die Jugendlichen hineinversetzen, weil ich auch so getickt habe“, sagt der Tutor.
Seit der Vereinsgründung 2008 haben insgesamt 280 Jugendliche das Coolnesstraining besucht. „Die meisten machen eine positive Entwicklung durch. Und wenn sie nur einfach nicht mehr darauf eingehen, wenn sie provoziert werden“, sagt Henrich. Am besten läuft es, wenn Jugendliche mit ihren Freunden kommen. „Man verhält sich immer so wie die Kollegen“, sagt Mostauli. Dass Zuschlagen Konsequenzen für das eigene Leben haben kann, wissen die Schüler. „Dann kann man vergessen, Polizist zu werden“, sagt Leonardo (14).
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