Im Wasser ist Laura die Schnellste

Erste über 50 Meter Rücken bei den diesjährigen Hamburger Meisterschaften: Laura Wulf (21). Für das Foto muss die Urkunde für den 2. Platz in der Disziplin 100 Meter Freistil herhalten – die Siegerurkunde ist noch nicht gedruckt.

Wilhelmsburgerin wird Erste bei Hamburger Schwimmmeisterschaften für geistig und körperlich Behinderte

von Ch. v. Savigny

Wenn Laura aus dem Becken kommt, ist sie immer völlig kaputt“, sagt ihr Stiefvater Rainer Szymczak. „Manchmal klagt sie sogar über Kopfweh oder ihr ist schlecht!“ Sich selbst bezeichnet Laura Wulf (21) als echte Wasserratte. „Ich schwimme für mein Leben gern“, sagt die junge Wilhelmsburgerin. Vor wenigen Wochen hat die 21-Jährige an den Landesschwimmmeisterschaften für geistig und körperlich Behinderte teilgenommen und unter 60 Teilnehmerinnen den 1. Platz über 50 Meter Rücken errungen. Einen 2. Platz gabs in der Disziplin 100 Meter Freistil.
Für Laura sind solche Erfolge keine Selbstverständlichkeit: Von Geburt an ist die junge Frau zu 80 Prozent geistig behindert. Gehen lernen, Fahrrad fahren können – alles dauerte bei ihr ein bisschen länger als bei den anderen. Auch heute noch erweckt sie eher den Anschein einer 15- oder 16-Jährigen.
Als Kind paddelte Laura mit Schwimmflügeln im Gartenpool der Eltern herum – und entdeckte so das Schwimmen für sich. Seit acht Jahren schwimmt sie regelmäßig in einem Verein in Bergedorf mit. Dort hat sie ihren Freundeskreis, jedes Jahr fährt die Truppe zu mehreren Wettbewerben in ganz Deutschland. Aber der Weg nach Bergedorf ist trotzdem jedesmal sehr weit. „Ich ärgere mich, dass es im Hamburger Süden keinen einzigen Verein gibt, der Sport für geistig Behinderte anbietet“, sagt Rainer Szymczak.
Derzeit besucht Laura die Berufliche Schule Uferstraße in Barmbek-Süd, wo sie in anderthalb Jahren ihren Abschluss aus Hauswirtschaftshelferin schaffen will. Privat sammelt sie DVDs und sieht sich gerne Tierfilme an. Für Mannschaftssportarten wie Fußball oder Hockey kann sich Laura ebenfalls begeistern – kein Wunder, dass ihr die Staffelwettbewerbe beim Schwimmen besonders liegen. „Ich darf als Schnellste immer zum Schluss schwimmen“, berichtet sie. Auch international war Laura erfolgreich: Bei den Special Olympics dieses Jahr in München schaffte sie zwei 2. und einen 3. Platz. 2013 stehen mindestens drei Wettbewerbe auf dem Programm. Ihr Ziel: „Ich möchte mich weiter verbessern!“ Besonders bei den 100 Meter Freistil spüre sie noch Potenzial.
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