„Ihr Kopf ist zu klein!“

Bertha Zirkler (M.) zeigt die missglückten Passfotos. Bei den anderen Damen gings genauso schief. Letztendlich hat es doch noch geklappt – beim Profifotografen. Foto: pit

Passfotoautomat im Wilhelmsburger Rathaus hat so seine Tücken

Bertha Zirkler brauchte auf ihre alten Tage einen neuen Personalausweis. Praktischerweise steht im Wilhelmsburger Rathaus ein Passfotoautomat. Sieben Euro reingesteckt, den Anweisungen gefolgt, fertig! Doch die Rentnerin hatte sich zu früh gefreut. „Der Mitarbeiter im Amt konnte mein Foto nicht verwenden“, wundert sie sich. Angeblich stimmten die Maße nicht. Auch ein zweiter Versuch scheiterte, nochmal sieben Euro weg. „Da bin ich dann zum Fotografen gegangen“, erzählt sie. Diese Fotos passten zwar, doch das Geld war futsch. Offenbar ist Bertha Zirkler nicht die einzige, der das passiert ist.
Mindestens drei weitere Personen haben in den letzten Wochen das Gleiche erlebt. Kriemhilde Weber und ihr Mann entschieden sich schon nach dem ersten Fehlversuch für Profi. „Der war mit sechs Euro sogar noch günstiger“, ärgert sie sich. Karin Laskowski musste sich im Einwohneramt anhören, dass ihr Kopf zu klein sei. „Das ist doch wohl ein Witz!“, sagt sie.
Im Passfotoautomaten hängt unübersehbar ein Schild mit genauen Anweisungen, wie man zu sitzen und zu gucken hat. Alle versichern, sich genau an die Kommandos gehalten zu haben. Trotzdem ging es schief. „Die müssten ein Warnschild aufhängen“, fordert Laskowski.
Dem Regionalbeauftragten Thorsten Schulz sind die Beschwerden bereits zu Ohren gekommen. Allerdings versichert der Rathaus-Chef, dass es nicht am Apparat liege. Als vor vier Jahren die biometrischen Anforderungen verschärft wurden, habe man den Passfotoautomaten entsprechend umgerüstet. Der Vertrag mit der Automaten-Firma werde jährlich verlängert, der Automat jährlich kontrolliert. „Das ist ein klarer Bedienerfehler“, ist Schulz sicher. Deshalb könne man leider kein Warnschild aufhängen.
Auch die Aussichten auf eine Erstattung des Geldes – bei Bertha Zirkler sind es immerhin 14 Euro – sind schlecht. Schulz: „Aber ich werde mal mit dem Betreiber reden, vielleicht kann man ja was machen.“ Außerdem könne man ein Schild mit der Aufschrift „Bitte vorher am Tresen melden“ anbringen, damit die Mitarbeiter zumindest vor den Tücken des Automaten warnen können. Trotzdem betont Schulz, dass es sich hier um Einzelfälle handelt. „In den meisten Fällen klappt das!“
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