igs-Pleite + was wir daraus lernen könnten

  Nun wird für jeden publik, was abzusehen war, aber schöngeredet wurde: Die igs ist wirtschaftlich eine Totalpleite geworden. Sie fuhr ca. 25 Millionen Verlust ein. Der Zuspruch war insgesamt viel schwächer als erwartet. Auch auf der Elb-Insel hielt sich das Interesse in Grenzen. Ein igs-Mitarbeiter erzählte mir, daß von ca. 15.000 Anmeldungen für ein Umsonst-Ticket nur tatsächlich ca. 3.000 Insulaner von der Möglichkeit Gebrauch machten. Was für ein Trara war allein darum ge-macht worden! Uns, die jahrzehntelang den Park beim Rathaus umsonst besuchten - ich verbrachte dort viele Stunden mit Malen und Lesen - wurde die Möglichkeit, 3 x "umsonst" auf das igs-Gelände zu kommen, wie ein Weihnachtsgeschenk bzw. Lotto-Gewinn angedreht. * Die wirtschaftliche Pleite war m.E. abzusehen. Sie reiht sich ein in für Hamburg mittlerweile typische Katastrophen. Man schaue sich den wirtschaftlichen Wahnsinn um die Elb-Philharmonie an! Solche Sachen funktio-nieren deshalb, weil die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden - können. Allein daß den Besuchern des evangelischen Kirchentags freier Eintritt gewährt wurde -ein politisch cleverer Schachzug- kostete die igs-Verantwortlichen eine fette sechsstellige Summe. Verantwortlich für dieses Minus? Niemand. Es war ja "politisch vernünftig", wie man solche Geschenke gerne umschreibt. Unser System ist nun mal so, daß die "öffentliche Hand" Schulden über Schulden aufhäufen darf. Ein Schlaraffenland für bestimmte Politiker und gewisse Wirtschaftsunternehmen, die von der Mischung aus uferloser Liberalität und Schlamperei profitieren. Wohlgemerkt: Uferlose Liberalität und Schlamperei, was die politischen und wirtschaftlichen Interessen, die Gehälter und Margen der in Politik und Wirtschaft hierarchisch weit Oben Angesiedelten betrifft. Es wird Süßholz geraspelt, um den heißen Brei herumgeredet oder einfach gelogen, daß es einem die Löcher in den Strümpfen zusammenzieht. ** Und wo holt sich der Staat die Gelder wieder, die nun auch durch die igs-Pleite an allen Ecklen und Kanten fehlen? Verschärfte HVV-Kontrollen + die Nötigung, vorne einzusteigen, haben angeblich Millionen eingebracht. Aber das reicht natürlich nicht. Wir müssen hilflos zusehen, wie Leute wie Heiner Baumgarten, igs-Chef, und andere sich eine goldene Nase verdienen - und wie der gleiche Staat, die gleichen Behörden, die nach OBEN wenigstens ein Auge zudrücken, nach UNTEN hin austeilen, mehr als scharf sind, mit der Lupe nach irgendwelchen Delikten suchen, aus denen sie Geld pressen können.
Mein neuestes Ärgernis: Seit Anfang des Jahres bekomme ich kein Hartz IV mehr. Eigentlich schön: ich machte eine Erbschaft, die ich auch pflichtgemäß anmeldete usw usw. Die Wilhelmsburger Arge schickte mir jedoch monatelang einen Betrag von ca. 450 € zu. Ich überwies sämtliche Gelder bis auf Euro und Cent zurück. Was allein schon lästig war. Im Juni dann die überraschende Rechnung: Die Arge verlangt von mir ca. 700 € zurück, die ich unrechtmäßig erhalten und nicht zurückgezahlt hätte. Ich legte Widerspruch ein und wies mit Bankbelegen nach, daß ich tatsächlich sämtliche falsch an mich überwiesenen Gelder zurückgezahlt hatte. Dieser Widerspruch wurde als "nicht begründet" zurückgewiesen.
In einem sprachlich höchst verklausulierten Schreiben, das wahrscheinlich auch Fachleute kaum verstehen, werden für mich nicht kontrollierbare Zahlen aufs Papier gebracht, u.a. Krankenversicherungsbeiträge, Pflegeversicherungbeiträge. Wie ist so etwas möglich? Wo sind diese Gelder jetzt? Wieso bezahlt Arge für mich Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge u.a., obwohl ich 1.) einen Arbeitgeber habe, der dafür zuständig ist (ich bekam Hartz IV als "Aufstocker") und 2.) garnicht mehr berechtigt bin, Arge-Gelder zu beziehen.
Mir bleibt jetzt nichts anderes als zu klagen. Das kostet mich wieder Zeit und Nerven. - Den Behörden-Mitarbeiterinnen, die dafür zuständig bzw. daran SCHULD sind, kann das wurscht sein., Sie stehen in Lohn + Gehalt. Ihnen kann auch wurscht sein, daß hier wahrscheinlich wieder Gerichtskosten anfallen - völlig unnötig.
Und hier möchte ich den Bogen zurück zur igs bauen. Auch den Verantwortlichen für die Pleite kann es wurscht sein, was andere davon denken oder sogar öffent-lich zum Ausdruck bringen. Sie haben ihre Scherflein im Trockenen. Wie heißt es doch so schön?: "Nach mir die Sintflut".
In diesem System wird der Kleine Mann gnadenlos zur Kasse gebeten. Selbst wenn es nach normalem Rechtsempfinden nichts zu holen gibt.
Viele lassen sich das sogar gefallen. Raimund Samson
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2 Kommentare
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 15.10.2013 | 11:20  
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 16.10.2013 | 13:48  
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