Idee gut, Umsetzung mangelhaft

Fordert mehr Unterstützung für den integrativen Unterricht: der Elternrat der Schule Rotenhäuser Damm. Foto: pr

Zu wenig Förderung für Inklusionskinder: Elternrat der Schule Rotenhäuser Damm schlägt Alarm

von Christopher v. Savigny

Kassandra (7) besucht die 2. Klasse der Schule Rotenhäuser Damm. Mit ihr zusammen lernen insgesamt 15 Schüler – sieben von ihnen haben einen „sonderpädagogischen Förderbedarf“, wie es in der Sprache der Schulbehörde (BSB) heißt. Dazu gehören unter anderem Lern-, Sprach- und soziale Schwierigkeiten. Kassandra ist eine der betroffenen Schülerinnen und Schüler. Spezielle Beratungs- und Unterstützungsangebote sollen dafür sorgen, dass der gemeinsame Unterricht der Förderkinder mit den Mitschülern klappt.
„Inklusion“ lautet das Fachwort für die integrative Unterrichtsform, die der Senat vor drei Jahren eingeführt hat. Danach dürfen Eltern ihr „behindertes“ Kind an jeder Regelschule anmelden. An der praktischen Umsetzung hapert es jedoch gewaltig – jedenfalls an der Schule Rotenhäuser Damm. „Die Idee ist gut, aber es läuft nicht“, sagt Kassandras Mutter Konstanze Ullmer, Mitglied des Elternrats. Das Problem: Den insgesamt 24 Förderkindern der Klassenstufen 1 und 2 stehen nur zwei Sonderpädagogen zur Verfügung, dazu kommen nochmal zwei Erzieher. Viel zu wenig, findet Ullmer. „Die Lehrerin kommt gar nicht hinterher.“ Viele Kinder hätten zudem schlechte Deutschkenntnisse oder kämen aus sozial schwachen Familien.
Im Februar hat der Elternrat einen offenen Brief an Schulsenator Ties Rabe verschickt, in dem zusätzliches Personal, weitere Fach-, Ruhe- und Bewegungsräume sowie mehr Geld für Unterrichtsmaterialien gefordert werden. Außerdem wünscht sich der Elternrat eine Höchstgrenze für die Anzahl an sogenannten Inklusionskindern.
Probleme mit der inklusiven Beschulung sind an vielen Hamburger Schulen bekannt, zu Schuljahresbeginn hatte die Behörde eine Aufstockung der Ressourcen angekündigt. „Die Schule Rotenhäuser Damm hat Anspruch auf 2,2 Stellen für Sonderpädagogen. Davon sind 1,25 Stellen besetzt, die übrigen Stellenanteile sind ausgeschrieben“, sagt BSB-Sprecher Peter Albrecht. Ein Limit für Förderschüler sei nicht vorgesehen. Aber: „Ab vier Kindern mit Behinderung müssen alle Unterrichtsstunden doppelt personell besetzt sein.“ Die Leitung der Schule Rotenhäuser Damm wollte sich gegenüber dem Wochenblatt nicht zum Thema äußern.
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