IBA stellt persönliche Fragen

Bis Ende September werden Bewohner zur Lebenssituation befragt – wozu eigentlich? (Foto: pixelio)

Bis Ende September werden Bewohner zur Lebenssituation befragt – wozu eigentlich?

von Christopher v. Savigny, Wilhelmsburg
Wie alt sind Sie? Welchen Schulabschluss haben Sie? Wieviel Miete zahlen Sie? Sind Sie mit ihrem Stadtteil zufrieden? Mit Fragen dieser und ähnlicher Art ist die Internationale Bauausstellung (IBA) derzeit wieder auf den Elbinseln unterwegs. Im Rahmen eines jährlichen „Strukturmonitorings“ werden rund 600 Bewohner zum Thema Wohnen, Lebensumfeld und Bildungssituation interviewt – teils telefonisch, teils im direkten Kontakt, etwa auf Wochenmärkten.
Wer sich die Mühe macht, die recht umfangreichen Tabellen durchzuforsten und auszuwerten, kann auf interessante Fakten stoßen – insbesondere, was die Wohnsituation angeht. Ein Beispiel: Im Befragungszeit-raum 2011 lag die durchschnittliche Kaltmiete bei 7,18 Euro pro Quadratmeter – drei Euro güns-tiger als in Hamburg insgesamt. Allerdings stiegen die Mieten zwischen 2006 und 2010 um überdurchschnittliche 21 Prozent. Konsequenz: Nur 44 Prozent der Elbinsulaner halten ihren Mietpreis für „angemessen“ – im Vorjahr hatte der Wert noch bei 51 Prozent gelegen.
Was bei dem Umfang an Daten doch verwundert: Für ihre eigenen Planungen benötigt die IBA die Ergebnisse nicht. „Aufgrund unserer zeitlich befristeten Existenz bis 2013 kann die IBA keine unmittelbaren Konsequenzen ziehen, sondern nur Empfehlungen an Senat und Bezirke abgeben“, sagt IBA-Sprecherin Kristina Hödl. Unter Zuhilfenahme der IBA-Daten hatte der Bezirk Mitte zuletzt prüfen lassen, ob Wilhelmsburg (wie St. Pauli und Neustadt) eine soziale Erhaltungsverordnung benötigt. Ergebnis: Nein. Eine Verdrängung der angestammten Mieter sei derzeit nicht zu erwarten, so die Begründung. Es wird jedoch empfohlen, die Untersuchung nach Abschluss der IBA zu wiederholen.
Die Befragung soll noch bis Ende September andauern. Ziel ist es, einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen „Wohnen, Bildung und lokale Ökonomie“ zu gewinnen. Dabei zieht die IBA auch Daten des Einwohnermelderegisters heran. Die Ergebnisse werden regelmäßig auf der IBA-Webseite veröffentlicht.
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