Holzbrücke seit einem Jahr gesperrt

Seit elf Monaten ist die Brücke am Krankenhaus Groß-Sand gesperrt. „Das macht mich traurig“, sagt Anwohner Dieter Adelwarth. (Foto: cvs)

Warum macht die Behörde nichts? Es fehlen doch nur zwei Bohlen!

von Christopher v. Savigny

Die Grünanlage südlich des Krankenhauses Groß-Sand ist derzeit ziemlich verwildert: Zwischen den Eschen und Silberlinden, die den Wanderweg säumen, stehen mannshohe Brombeergebüsche. Gewaltige Bündel von Schlingpflanzen ziehen sich an den Bäumen empor und vermitteln einen Eindruck von Urwald. Einer der Gründe für den Wildwuchs ist, dass eine Holzbrücke gesperrt ist – seit August vergangenen Jahres! Der Wanderweg, der vom Reiherstieg bis zur Kreuzung Georg-Wilhelm-Straße führt, ist seither im diesem Abschnitt unbenutzbar. Eigentlich absurd: Es fehlen bloß zwei Bohlen.
Anwohner Dieter Adelwarth ist dreimal täglich mit seinem Hund in der Grünanlage unterwegs. „Ich kann das einfach nicht verstehen“, sagt er. Es könne ja wohl nicht so schwierig sein, die beiden Holzplanken zu ersetzen. „Jetzt muss ich meinen Spaziergang immer abkürzen.“ Auch andere Spaziergänger, Radfahrer, Patienten und Besucher des Krankenhauses würden kopfschüttelnd umkehren. „Sowas stimmt mich traurig“, sagt Adelwarth.
Das Bezirksamt hat die Brü-cke vor zwölf Monaten sperren lassen. „Durch die Nähe des Krankenhauses und der Kleingärten ist der Weg besonders stark frequentiert“, sagt Sprecher Lars Schmidt-von Koss zur Begründung. Wer sich das Holzbauwerk jedoch von Näherem ansieht, wundert sich: Allein zum Absperren wurden sechs dicke Bretter verwendet – jedes von ihnen rund vier bis fünf Zentimeter stark. Lediglich zwei von ihnen hätten offenbar genügt, um die Konstruktion wieder gangbar zu machen. Nur zum Ausprobieren steigt Adelwarth über die Barriere hinweg und hüpft auf den verbliebenen Planken herum. „Was wollen Sie? Die sind doch völlig in Ordnung“, sagt er.
Nach Auskunft der zuständigen Verkehrsbehörde (BWVI) ist die Brücke jedoch weitaus stärker geschädigt, als es den Anschein hat. „Es gibt einen Pilzbefall, den man von außen nicht sieht“, sagt BWVI-Sprecherin Helma Krstanoski. Der Bau einer neuen Brücke durch den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) ist in Planung, Details über
Kosten sind noch nicht bekannt. „Wir hoffen, dass es noch dieses Jahr losgehen kann“, so Krstanoski.
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