Holpriger Start

Arbeit für Wilhelmsburger: Werner Weiler (l.) vom Vermittlungskontor BFW berät Jobsucher Rainer B.. Foto: cvs

Neue Vermittlungsagentur kommt erst allmählich in die Gänge

von Christopher v. Savigny

Seinen ersten Besuch in der neuen Jobvermittlungsagentur in der Veringstraße hatte sich Rainer B. (58) anders vorgestellt: „Die wussten dort von nichts“, ärgert er sich. „Ich kam mir richtig blöd vor.“ Auf Initiative des Wochenblatts kam das Bewerbungsgespräch schließlich doch noch zustande. Des Rätsels Lösung: Versehentlich war B. an einen Ansprechpartner des Vereins „Unternehmer ohne Grenzen“ geraten, die sich sich das Büro mit der Agentur teilen.
Agenturberater Werner Weiler räumt allerdings ein, dass der Start des Büros, das gemeinsam vom Berufsförderungswerk (BWF), dem team arbeit hamburg und der Agentur für Arbeit ins Leben gerufen wurde, alles andere als ideal war. „Es ist ein biss-chen holprig gelaufen“, sagt er. „Aber nun sitzen wir ja hier.“ Erklärtes Ziel der Vermittlungsagentur ist es, Jobsuchende auf der Elbinsel zu fördern. Großprojekte wie die Internationale Gartenschau (igs) und die Bauausstellung (IBA) versprechen jede Menge Arbeitsplätze, wovon in erster Linie der Stadtteil profitieren soll. Mit der IBA gibt es laut Weiler einen Kooperationsvertrag, auch die igs soll in Kürze mindestens 300 bis 400 Stellen im Angebot haben. Insbesondere Sicherheitsleuten, Parkplatzwächtern und Touris-tenführern werden große Chancen eingeräumt.
B., der seinen vollen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hat lange Zeit als Koch und Fleischer gearbeitet, zuletzt beim Marktkauf in Wilhelmsburg. Aufgrund eines Knieleidens wurde ihm vergangenes Jahr gekündigt. „Da habe ich mir überlegt, was ich eigentlich gut kann“, berichtet der Wilhelmsburger. Gartenschau-Besucher herumführen? Für B. durchaus vorstellbar. „Ich kenne meinen Stadtteil, ich kann gut mit Menschen umgehen, und ich habe selbst einen Kleingarten“, sagt er. Auch wenn er am Ende noch keine konkreten Arbeitsangebote hat: Der 58-Jährige geht gestärkt und voller Tatendrang aus dem Bewerbungsgespräch hervor. „Der Frust ist weg“, so B. begeistert.
Trotz IBA und igs sieht Weiler seinen Schwerpunkt in der längerfristigen Vermittlung. „Denn die Ausstellungen laufen ja nur bis 2013 oder 2014“, sagt er. Bislang habe die Agentur erst eine Handvoll Arbeitssuchende vermitteln können. „Vorerst ist das ein zartes Pflänzchen“, so Weiler.
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