Hoffnung für die Zinnwerke

Seit 1903 wurde am Veringhof Metall verarbeitet – nach der großen Flut im Jahr 1962 stellte der Betrieb seine Arbeit ein. (Foto: Jonathan Miske)

Kreativ Gesellschaft mietet Halle für Künstler – wer den Umbau zahlen soll, ist unklar

von Chr. v. Savigny, Wilhelmsburg
Ob Film, Kunst oder Theater: „Die Bandbreite ist riesengroß“, sagt Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft. Für die nächsten zwölf Monate hat das städtische Unternehmen, das Hamburgs kreativen Köpfen und Firmengründern Starthilfe gibt, die bislang leer stehende, große Halle der Zinnwerke gemietet. Damit stehen die Chancen, dass der Veringkanal sich zum „Kulturkanal“ entwickelt, mit einem Mal wieder recht gut.

Für den Umbau werden bis zu 1.5 Millionen Euro gebraucht

Im Februar will die Kreativ Gesellschaft eine Ausschreibung veröffentlichen, auf die sich Leute mit Ideen im kulturellen Bereich bewerben können. „Wir suchen Menschen, die etwas anstoßen“, so Rühl.
Konkret geht es um die 2.500 Quadratmeter große und bis zu neun Meter hohe ehemalige Elektrolysehalle des 1903 errichteten Gebäudes. Die Halle kann man so unterteilen, dass dort mehrere Partien unterkommen könnten. Momentan ist der bauliche Zustand allerdings mangelhaft. Schätzungen zufolge sind bis zu 1,5 Millionen Euro nötig, um das Gebäude dauerhaft wieder herzurichten.
Die Kreativ Gesellschaft verfügt nach Auskunft von Geschäftsführer Rühl jedoch nicht über ein so großes Budget. „Im Moment weiß niemand, wer das bezahlen soll“, so Rühl. Die Gesellschaft könne eine Sanierung lediglich „in einem geringen Umfang“ vorfinanzieren. „Sollte es mehr werden, hat sich die Sache schnell erledigt“, sagt Rühl.
Zurzeit läuft ein Genehmigungsverfahren über eine Nutzungsänderung, in dem es um Statik, Brandschutz und Fluchtwege geht. Höhere Auflagen müssen insbesondere dann erfüllt werden, wenn die Künstler dort künftig Publikum zu Ausstellungen oder Film- und Theateraufführungen einladen wollen. Das Genehmigungsverfahren soll im Januar abgeschlossen sein.
Für die Nutzung der großen Halle hatte sich bereits seit Längerem die Hirn & Wanst GmbH eingesetzt, die im 900 Quadratmeter großen ehemaligen Maschinenhaus der Zinnwerke zu Hause ist. Derzeit 26 Filmemacher, Modedesigner, Grafiker, Online-Projektmanager und Presseleute haben dort ihren Arbeitsplatz. Es gebe genügend weitere Interessenten. „Für uns ist es eine große Erleichterung, dass die Kreativ Gesellschaft die weitere Nutzung in die Hand genommen hat“, sagt Marco Loredo, Geschäftsführer von Hirn & Wanst.
Besitzerin der Zinnwerke ist die städtische Sprinkenhof AG, die sich nach Auskunft der Mieter bisher kaum bis gar nicht um den Erhalt des Gebäudes gekümmert hat. „Es wird Zeit, dass sich hier etwas tut“, sagt Loredo.
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