Höhle sucht Steinkauz

Der Steinkauz mag halboffene Landschaften und brütet gerne in Baumhöhlen, die oft in alten Obstbäumen vorkommen. All das gibt es auf der Streuobstwiese am Jakobsberg. Foto: Otto Kimmel (Foto: Foto: Otto Kimmel)

Streuobstwiese am Jakobsberg: Stiftung Ausgleich Altenwerder schafft Brut- und Nahrungsmöglichkeiten für die bedrohte Eule

Wenn es den Steinkauz überhaupt noch in Hamburg gibt, dann hier im Wilhelmsburger Osten“, ist sich Biologin Gisela Bertram sicher. In einer ungestörten Umwelt lebt der kleine Eulenvogel in den knorrigen Höhlen alter Apfelbäume. Doch ungestört ist die Natur schon lange nicht mehr, alte Obstbäume gibt es kaum noch, und mit den Bäumen sind auch die Nistplätze für den Steinkauz verschwunden. Zum Glück gibt es die Streuobstwiese am Jakobsberg.
In der halboffenen Landschaft stehen noch wunderbare alte Apfel- und Birnenbäume, wie Gisela Bertram auf einer ihrer Radtouren entdeckt hat. Die 43-Jährige zögerte nicht lange und kaufte das Stück Land für ihren Auftraggeber, die Stiftung Ausgleich Altenwerder. Als Geschäftsführerin der 2009 gegründeten Stiftung sucht sie nach Grün- und Brachland, das sich als Ersatz für die zugeschütteten Grünflächen in Altenwerder eignet. Für den Bau des Containerbahnhofs wurde dort 200 Hektar Lebensraum für Pflanzen und Tiere zerstört, für den jetzt an anderer Stelle Ersatz geschaffen werden muss. 18 Millionen Euro hat die Stadt für die Grundstückskäufe zur Verfügung gestellt, weitere 5,9 Millionen klagte der Naturschutzverband BUND ein. Mindestens 40 Hektar Land sollen gekauft werden – die Streuobstwiese in Georgswerder ist mit ihren 1,3 Hektar also nur ein kleiner Teil des Ganzen.
Ziel ist es, die neu erworbenen naturnahen Flächen langfristig zu erhalten. „Wir pflegen die vorhandenen Obstbäume und pflanzen neue, die hier alt werden können“, erklärt Bertram. Zehn Apfelbäume wurden bereits gepflanzt und Platz für zehn weitere geschaffen.
„Für den Steinkauz haben wir außerdem Nisthilfen aufgehängt“, ergänzt die Biologin. Damit wären ausreichend Nahrungs- und Brutmöglichkeiten für das kauzige Tierchen mit den gelben Augen geschaffen, doch ob sich die vom Aussterben bedrohte Eule tatsächlich in Georgswerder niederlässt, ist ungewiss – bleibt aber zu hoffen. Vor allem, weil es nicht nur im Wilhelmsburger Osten, sondern auch in Altenwerder Steinkauze gegeben haben soll.

Info:
Die Stiftung Ausgleich Altenwerder sucht naturnahe Flächen südlich der Norderelbe, die sie unter verschiedenen Naturschutzzielen entwickeln und pflegen will, um so die biologische Vielfalt zu fördern. Für den Kauf und Erhalt der Flächen stehen knapp sechs Millionen Euro zur Verfügung. Kontakt: Gisela Bertram, Kontakt: Tel. 28 00 77 32;
www.stiftung-ausgleich-
altenwerder.de
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