Hinter diesem Bauzaun wächst nur Gras

Schon mächtig Gras drüber gewachsen: Auf dieser Fläche an der Korallusstraße Ecke Thielenstraße sind nach wie vor keine Anzeichen des angekündigten Neubaus zu erkennen. Foto: sk (Foto: sk)

Keine Bewegung beim Wohnungsbauprojekt im Korallusviertel

von Steffen Kozieraz

Das vollmundig angekündigte Wohnungsbauprojekt im Korallusviertel lässt auf sich warten. Anwohner der Korallusstraße und Thielenstraße gu-cken seit einer halben Ewigkeit auf eine eingezäunte Brachfläche, von Gestrüpp überwuchert und verwahrlost. Achselzucken bei den Leuten. Keiner weiß, was hier passiert.
Vielen ist es ohnehin egal, dass hier rund 300 Wohneinheiten entstehen sollen. Ohne Beziehung zum türkischen Eigentümer und Unternehmer Necati Adigüzel würde man dort ja doch keine Wohnung bekommen, heißt es. Außerdem würden die Mieten steigen, soviel sei sicher. Der Wilhelmsburger Bayram Inan, der für die GAL in der Bezirksversammlung sitzt, kennt sowohl die Bewohner des Viertels als auch den Investor. „Die Mieter haben einfach kein Vertrauen zu Adigüzel. Wenn der hier Häuser kaufen und renovieren will, haben sie Angst, dass sie nicht wieder zu günstigen Kosten hier reinkommen“, glaubt Inan. Er ist sicher: Wenn Adigüzel eine gute Kommunikation betrieben hätte, bekäme er für seine Bauvorhaben Unterstützung von allen Seiten – von den Bewohnern, der Stadt und von der IBA. Doch der Bauherr hielt sich lieber bedeckt.
Inzwischen ist die IBA nur noch an einem Teil der von Adigüzel gekauften Flächen beteiligt, nämlich an der eingangs erwähnten Brachfläche nördlich der Thielenstraße entlang der Bahnstrecke. Inan: „Hier kann Adigüzel nicht alles alleine entscheiden, er muss mit der Stadt und der IBA zusammenarbeiten. Vielleicht gefällt ihm das ja nicht.“ Ist das der Grund warum sich hier nichts bewegt?
Die einzige Veränderung, die es auf der Brachfläche gab, waren Abladungen fester Stoffe. Auf Antrag der GAL wird der aufgetragene Boden jetzt immerhin auf Schadstoffe untersucht und soll, falls er mit Schadstoffen belastet ist, ausgetauscht werden. Danach könnte es mit dem Bau losgehen, wenigstens theoretisch.
Doch wie ist nun der konkrete der Stand der Planung? Dazu erklärt IBA-Sprecher Enno Isermann: „Zusammen mit dem Eigentümer und potenziellen Investoren wird nach einem neuen Projektansatz gesucht. Necati Adigüzel ist weiterhin Eigentümer der Flächen und an der Entwicklung eines Wohnungsbauprojektes interessiert.“
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