Hilfe in der Krise

Nina von Ohlen vom Verein In Via sucht junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren, die als ehrenamtliche Berater beim Projekt „U25“ Jugendliche in Krisensituationen und bei Suizidgefahr beraten wollen.

Suizidprävention per E-Mail: Teilnehmer für Ausbildungsgang in Wilhelmburg gesucht!

Viele Jugendliche in Lebenskrisen wenden sich nur ungern an Erwachsene. Hier setzt das Caritas-Projekt „U25“ an. Bei „U25“ werden junge Menschen, die in einer Krise stecken und akut suizidgefährdet sind, von Gleichaltrigen beraten – und zwar per E-Mail. „So erreichen wir diese Zielgruppe besser. 16- bis 25-Jährige gehen einfach nicht in Beratungsstellen“, sagt Nina von Ohlen vom Verein In Via. Die Pädagogin baut das Projekt, das seit über zehn Jahren erfolgreich in Freiburg läuft, in Hamburg auf. 21 Krisenberater hat von Ohlen bereits ausgebildet. Für einen dritten Lehrgang, der in Wilhelmsburg und St. Georg stattfinden wird, sucht sie noch zehn 16- bis 25-Jährige.
„Jugendliche haben eine ganz andere Sprache und einen anderen Zugang zueinander“, erklärt von Ohlen. Die sogenannten „Peerberater“ von „U25“ könnten besser auf Ratsuchende eingehen als Erwachsene, weil sie ihre Probleme kennen – vielleicht sogar aus dem eigenen Leben. „Unsere Berater dürfen auch selbst Erfahrungen mit Suizidversuchen haben“, so die Pädagogin. „Aber sie müssen aus der Krise raus sein.“
Wer sich als Peerberater bewerben möchte, muss zudem die Bereitschaft mitbringen, sich auf heftige Themen einzulassen, zum Beispiel Essstörungen, Selbstverletzung und Missbrauch. Wie sie in solchen Fällen richtig beraten und was zum Beispiel eine Psychose oder eine Borderline-Störung ist, lernen die Ehrenamtlichen im Rahmen der Schulung. Sie beginnt am 31. Mai. Die Teilnehmer treffen sich zehn Mal über einen Zeitraum von sechs Monaten.
Wie funktioniert die Beratung? Hilfesuchende können über die Homepage www.u25-hamburg.de Kontakt zu den Peerberatern aufnehmen. Die Beratung ist kostenlos und anonym. „Es entwickelt sich so etwas wie eine Brieffreundschaft“, sagt von Ohlen. Dieser Kontakt zur Außenwelt sei wichtig. „Suizid entsteht ja, weil keine Kommunikation mehr stattfindet und man das Gefühl hat, es gibt nichts mehr, was hilft.“ E-Mails können die Helfer von Zuhause beantworten. Bei der Beratung sind sie dennoch nicht auf sich selbst gestellt. Von Ohlen liest alle eingehenden E-Mails und alle „Helpmails“ gegen. Zudem gibt es regelmäßig Treffen aller Berater, bei denen Fragen geklärt werden können. Nach der Ausbildung sollten Peerberater mindes-tens ein Jahr dabeibleiben.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.