Hier trifft sich die Nachbarschaft

Melanie Stello plant bereits das nächste Großprojekt: Sie möchte gemeinsam mit Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen ein Nachbarschaftsfest organisieren. „Wir wollen zeigen, wie groß die religiöse Vielfalt in Wilhelmsburg ist. Und dass wir so etwas gemeinsam auf die Beine stellen können“, sagt sie.

Seit rund fünf Jahren bringt das Westend die Bewohner des Stadtteils zusammen

Wer das Westend besucht, soll mit anderen Stadtteilbewohnern ins Gespräch kommen. Das sei das Ziel des Nachbarschaftstreffs im Vogelhüttendeich 17, dessen Träger die Stadtmission Hamburg ist, erklärt Melanie Stello. Sie leitet seit zwei Jahren die Einrichtung, die vor kurzem fünfjähriges Bestehen feierte. Unterstützt wird Stello von einem studentischen Mitarbeiter und vielen Ehrenamtlichen. „Wir wollen Menschen zusammenbringen, die sich sonst nie begegnen würden“, sagt die 31-Jährige.
Besonders gut gelungen sei das mit einer Gesprächsreihe zum Islam, die von Februar bis Juni im Westend lief und die Stello gerne weiterführen möchte. Das Interesse war so groß, dass das Westend an den fünf Abenden aus allen Nähten platzte. Gekommen waren sowohl Muslime, als auch Nicht-Muslime, die in offener und respektvoller Atmosphäre miteinander diskutierten und so Vorurteile ausräumen konnten.
Neben öffentlichen Veranstaltungen wie Lesungen, Filmvorführungen und wechselnden Kunstausstellungen bietet der Treff auch kostenlose Deutschkurse und eine Sozialberatung an. Zudem dient das Westend Gruppen, Initiativen und Vereinen, die sich sonst keine Raummiete leisten können, als Treffpunkt. So kommen zum Beispiel Mitglieder einer Literaturgruppe und des Kunstbüros Wilhelmsburg hier zusammen. Zudem öffnet die Einrichtung ihre Türen dreimal die Woche für einen Nachbarschaftstreff und veranstaltet seit kurzem ein Repair Café.
Dienstagsvormittags verwandelt sich Stellos Büro in eine Arztpraxis, in der abwechselnd drei ehrenamtliche Ärzte Menschen ohne Papiere und Versicherung vertraulich und kostenlos behandeln. Als es vor zwei Jahren losging, kamen nur maximal fünf Patienten vorbei. Heute sind die Teams aus Arzt und Dolmetscher in zwei Schichten im Einsatz. Pro Termin kommen oft mehr als 20 Personen, darunter viele aus Bulgarien und Rumänien – im Jahr sind es insgesamt etwa 1.000 Besuche. Stello: „Wir sind für sie die Hausarztpraxis.“ Der Bedarf sei so groß, dass die medizinische Sprechstunde Ende des Jahres ausgeweitet wird. „Wir kriegen ein Ultraschallgerät und werden zwei Mal im Monat eine Kindersprechstunde und eine Frauensprechstunde anbieten“, freut sich Stello.

Ehrenamtliche gesucht!
Die medizinische Beratung im Westend sucht ehrenamtliche Helfer. Wer türkisch oder bulgarisch spricht und Lust hat, Menschen zu Arztterminen zu begleiten, um zu übersetzen, kann sich unter Tel. 75 66 64 01 melden.
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