Hier ist Schwimmen lebensgefährlich

Lars (l.) und Denis zieht es nicht ins Wasser. Sie spielen lieber mit Hündin Amy am Strand. Die kühlt sich zwischendurch liebend gerne in der Süderelbe ab.

Elbstrand Finkenriek: Behörden warnen vor starker Strömung und Gefahr durch Schiffe

Sommer, Sonne, Strand! Sobald die Temperaturen steigen, pilgern Elbinsel-Bewohner und -besucher in Scharen zum beliebten Elbstrand Finkenriek. Weder der Lärm der Züge, die nebenan über die Elbbrücke rattern, noch die Binnenschiffe, die nur etwa 150 Meter vom Strand entfernt fahren, halten die Sonnenanbeter davon ab, hier ihre Decken auszubreiten. Doch wie sicher ist ein Sprung ins Wasser? Das Wochenblatt hat nachgefragt.
• Darf am Elbstrand Finkenriek gebadet werden?
Obwohl das Baden in der Elbe nicht verboten ist, rät die Umweltbehörde davon ab, weil Lebensgefahr besteht. „Der meist nicht sichtbare Sog vorbeifahrender Schiffe kann Badende zur Strömung in die Fahrrinne ziehen. Die ist so schnell, dass selbst ein Leistungsschwimmer keine Möglichkeit hat, dagegen anzuschwimmen“, sagt BSU-Sprecher Magnus-Sebastian Kutz. Wer dennoch ins Wasser geht, sollte den von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) mit Bojen gekennzeichneten Schwimmbereich auf keinen Fall verlassen.
• Wird der Strand bewacht?
Ehrenamtliche der DRLG sind an den meisten Sonnabenden und Sonntagen im Sommer vor Ort. Ob die Station besetzt ist, sehen Strandbesucher an der gehissten DLRG-Flagge. Für eine umfangreichere Bewachung mangelt es der DLRG nach eigenen Angaben an Personal. Wie wichtig die Lebensretter sind, zeigt folgender Vorfall: „Vor etwa drei Wochen wollte jemand von der Elbbrücke ins Wasser springen. Unsere Leute konnten ihn davon abhalten“, erzählt DLRG-Mitarbeiter Peter Pätzold. Wäre die Person gesprungen, hätte sie ersthafte Verletzungen davongetragen, denn bei Ebbe ist die Elbe an dieser Stelle teilweise nur vier Meter tief und voller Steine. Auch bei Flut ist so ein Sprung gefährlich. Pätzold: „Es ist unwahrscheinlich viel Glück dabei, dass hier seit 30 Jahren niemand mehr ertrunken ist.“
• Wie ist die Wasserqualität?
Das Wasser ist 25,2 Grad warm und algenfrei. Die generell gute Wasserqualität kann sich jedoch laut BSU nach stärkeren Regenfällen schnell ändern. Wenn Regen- und Abwasser aus dem Sielnetz in die Elbe läuft, ist mit einer bakteriellen Belas-tung zu rechnen.
• Wie ist die Sichttiefe?
Die Sichttiefe liegt bei unter 50 Zentimetern. Dadurch werden Such- und Rettungsmaßnahmen bei Notfällen erschwert. Außerdem können Badende Hindernisse und Untiefen nicht erkennen, und Steine sind nicht zu sehen, wenn man ins Wasser geht oder springt.
• Darf man am Strand grillen?
„Grillen am Strand ist nicht offiziell erlaubt, wird aber geduldet“, sagt Sinje Pangritz von der Hafenbehörde HPA. Vor Ort stehen zwei Behälter für abgebrannte Grillkohle bereit. Wer glühende Kohle im Sand entsorgt, gefährdet andere Strandbesucher, die drauf treten und sich verletzen könnten.
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