Hickhack um Stadtrad

Die DB-Stadträder sind beliebt, wie dieser Standort am Steindamm in St. Georg zeigt. Von den insgesamt 14 Standorten liegt nur einer im Hamburger Süden, am Veddeler S-Bahnhof. Für das Reiherstiegviertel ist bislang keine Fläche gefunden. Foto: pit

Kurios: Leihstation erst aufgebaut und dann wieder abgebaut –
Standortsuche im Reiherstiegviertel ganz schön problematisch

Wo bleibt bloß die groß angekündigte Stadtradstation im Reiherstiegviertel? Bereits im Juli war die neue Ausleihstation an der Mannesallee, Ecke Veringstraße komplett aufgebaut, samt roten Pollern und Anmelde-Terminal. Fehlten nur noch die Fahrräder. Zwei Monate später rückten endlich Mitarbeiter des Stadtrad-Betreibers DB rent GmbH an. Doch die brachten nicht etwa die sehnsüchtig erwarteten Räder, sondern hatten eine ganz andere Mission: Die Station wurde wieder abgebaut. Was ist da los?
Offenbar hat es Probleme mit einem privaten Grundstückseigentümer gegeben. „Nach Auskunft meiner Kollegen hatte die DB rent GmbH entgegen den Empfehlungen durch Polizei und Bezirksamt zu dicht an eine private Grundstücksgrenze gebaut“, erklärt Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamts Mitte. Eine nachträgliche Einigung mit dem Eigner soll nicht möglich gewesen sein, die Forderung sei wohl zu hoch gewesen. „Deshalb blieb nur der Abbau und Neuaufbau am neuen Platz“, so Weiland.
Allerdings erweist sich die Suche nach einem neuen Platz als schwierig. „Wir haben damit Probleme“, räumt DB-Sprecher Egbert Meyer-Lovis ein. Mehr will er dazu nicht sagen, nur: „Wir suchen nach einem geeigneten Standort.“
Auch in der Verkehrsbehörde hält man sich bedeckt. „Ein alternativer Standort konnte bisher nicht einvernehmlich unter allen Beteiligten gefunden werden“, erklärt Behördensprecherin Helma Krstanoski.
Immerhin: Politik, Verwaltung und Anwohner sind sich einig, dass die neue Station möglichst in der Veringstraße und in unmittelbarer Nähe der Mannesallee liegen soll. „Das wäre ideal, denn dort halten die Busse in beiden Richtungen“, erklärt der Bürgerschaftsabgeordnete Metin Hakverdi (SPD), der sich neben dem Stadtteilbeirat für diesen Standort stark macht.
Das Problem ist nur, dass an diesem Ort möglicherweise ein paar Parkplätze wegfallen müssten – ein heikles Thema! Offiziell will zwar niemand etwas sagen, doch hinter vorgehaltener Hand heißt es, dass das örtliche Polizeikommissariat 44 sich sträubt, weil es die Parkplätze für nötig hält. An dem neuralgischen Punkt zwischen Post, Haspa und Bushaltestellen wird schon jetzt oft in zweiter Reihe geparkt.
Die Kosten für das Hickhack – Aufbau, Abbau, Aufbau – trägt übrigens die DB rent GmbH.
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