Heuckenlock: Jungadler geschlüpft

Neu-Wilhelmsburger: ein junger Seeadler. (Foto: Foto: Haaken/pixelio)

Seeadler und Biber in Wilhelmsburger Naturschutzgebieten heimisch

von Christopher v. Savigny

Die Elbinsel ist auf dem besten Weg, sich zu einem Rückzugsort für seltene Tierarten zu entwickeln: Prominen-tester Gast ist derzeit ein Seeadlerpaar im Naturschutzgebiet (NSG) Heuckenlock. In diesem Jahr scheint es sogar erstmals mit der Brut geklappt zu haben: Die beiden im Mai geschlüpften Jungadler werden wahrscheinlich innerhalb der nächsten Wochen flügge. Um Störungen durch Spaziergänger zu vermeiden, hat das Bezirksamt Mitte alle Zugänge zum NSG abgesperrt. Ein weiterer Grund für die Sperrung sind lose Äste und umsturzgefährdete Bäume. Das Durchgangsverbot gilt bis mindestens Ende August.
Über den zu erwartetenden Bruterfolg freut sich insbesondere der Naturschutzverband „Gesellschaft für ökologische Planung“ (GÖP), der seinen Sitz an der Bunthäuser Spitze hat. „Es ist seit über 100 Jahren das erste Mal, dass auf Hamburger Stadtgebiet Seeadler großgezogen werden“, sagt GÖP-Geschäftsführer Kai Schmille. Bereits vor zwei Jahren habe man den großen Raubvogel erstmals im Heuckenlock gesichtet – doch Störungen von außen hätten den Bruterfolg verhindert. „An sich ist das Gebiet ideal für den Seeadler, weil die kleinen Buchten und Uferabschnitte viel Nahrung bieten, also Fische, Enten und Blesshühner“, so Schmille. Noch vor 20 Jahren sei der Seeadler in Deutschland praktisch ausgestorben gewesen, inzwischen seien hierzulande wieder um die 50 Paare heimisch.
Das Heuckenlock ist eins von drei Naturschutzgebieten der Elbinsel: In Georgswerder gibt es das NSG Rhee, das Ufer der Norderelbe wurde Anfang 2010 als NSG „Auenland“ ausgewiesen. Irgendwo dort hinter dem Deich hat im vergangenen Jahr sogar eine Biberfamilie eine Heimat gefunden. Typische Fraßspuren an Bäumen und eine „Biberburg“ weisen auf die neuen Bewohner hin. „Es gibt ein paar richtig schöne Beispiele für Neubesiedlung“, freut sich Schmille. Von einem „Tierparadies Elbinsel“ könne aber dennoch keine Rede sein. „Bei vielen Wiesenvögeln, zum Beispiel Kiebitz oder Uferschnepfe, verzeichnen wir einen deutlichen Rückgang.“ Der Grund sei, dass die Wiesen zu stark bewirtschaftet würden.
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Marco Berger aus Harburg | 05.07.2012 | 15:34  
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