Heiligabend multikulti

Die Weihnachtstüten haben sie schon dabei: Siegmar Borchert (Wilhelmsburgprojekt, li.) und Michel Walter (Jesusfriends) vor der Inselpark-Kapelle. Foto: CVS

Wilhelmsburgprojekt veranstaltet Weihnachtsfest
mit Flüchtlingen und Anwohnern in der Inselpark-Kapelle

Von Christopher von Savigny.
Für ihre Feier haben sich die Organisatoren einen schmucken Ort ausgesucht: Die ehemalige Friedhofskapelle im nordwestlichen Zipfel des Inselparks bietet nicht nur von außen einen hübschen Anblick, sondern sie wurde für die Gartenschau 2013 auch aufwendig saniert und umgebaut. Allerdings finden es Veranstalter zuweilen schwierig, dass die Location allerhöchstens 80 bis 100 Besuchern Platz bietet. Siegmar Borchert, Pastor der evangelischen Freikirche „Wilhelmsburgprojekt“, macht sich bereits Sorgen. „Hoffentlich gehen die alle da rein“, sagt er.
Gemeinsam mit den „Jesusfriends“, ebenfalls eine Wilhelmsburger Freikirche, und der bulgarisch-türkischen Gemeinde aus dem Reiherstiegviertel veranstaltet das Wilhelmsburgprojekt an Heiligabend (Donnerstag, 24. Dezember) eine Weihnachtsfeier für Flüchtlinge und Anwohner ohne Familienanhang.
Das Multikulti-Christfest startet um 16 Uhr mit einer mehrsprachigen Andacht (auch in Farsi und auf Arabisch), gegen 18 Uhr folgt der gemütliche Teil mit einem Mitbring-Büfett. Wer etwas Musikalisches vortragen möchte, ist dazu herzlich eingeladen. Kinder erhalten kleine Geschenke. Und damit es richtig weihnachtet, will das Möbelhaus Ikea einen Tannenbaum spendieren.
Das Wilhelmsburgprojekt bietet seit etwa einem Jahr regelmäßig Veranstaltungen für Flüchtlinge in den Unterkünften Dratelnstraße und Georg-Wilhelm-Straße an. Einmal pro Woche wird in einem Kellerraum der St-Raphael-Kirche gespielt, gekickert oder Tischtennis gespielt. Zuwanderer und Einheimische kochen zusammen. „Unglaublich bewegend, unglaublich intensiv“, sagt Borchert. „Dabei erfährt man natürlich viel Interessantes voneinander!“ Zusätzlich will die Gemeinde jetzt einen Deutschkurs einrichten.

Sehnsucht nach
Gemeinschaft

Die Jesusfriends veranstalten dreimal im Monat einen Gottesdienst in der Honigfabrik, der sich dort „Churchbrunch“ nennt. „Wir möchten Gottesdienst relevant und attraktiv machen“, sagt Michel Walter, Pastor der Jesusfriends. Beide Freikirchen erleben in letzter Zeit einen starken Zulauf von Flüchtlingen. „Das hat natürlich mit der Sehnsucht nach Gemeinschaft zu tun“, sagt Borchert. „Aber ich glaube auch, bei uns finden sie eine Art von Spiritualität, in der sie sich nicht unwohl fühlen.“
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