Haute Couture von der Veddel

Sonderpreis für „Made auf Veddel“: Modedesignerin und Projektleiterin Sibilla Pavenstedt. (Foto: cvs)

Integrationsprojekt erhält Sonderpreis der Bezirksversammlung

Ch. v. Savigny, Hamburg-Mitte
Rund 80 Frauen hatten sich auf ihren Aufruf hin gemeldet – nur zehn von ihnen konnte Sibilla Pavenstedt fürs erste aufnehmen. Eine Zahl, die belegt, wie sehr die italienisch-deutsche Modedesignerin mit ihrer Aktion im Jahr 2008 den Nagel auf den Kopf getroffen hatte: Vor mittlerweile fünf Jahren ist Pavenstedts Mitmach-Haute-Couture-Projekt „Made auf Veddel“ an den Start gegangen. Am Wochenende erhielt die Modemacherin dafür den Sonderpreis der Bezirksversammlung (BV) Mitte für „herausragendes Engagement in der Integrationsarbeit“.
Heute nähen, stricken und häkeln bis zu zwölf überwiegend türkischstämmige Frauen in der Ausbildungswerkstatt von „Made auf Veddel“, die sich in der Veddeler Brückenstraße befindet. Die fertigen Produkte werden in Pavenstedts Atelier in der Langen Reihe geliefert. Namhafte Kundinnen wie Barbara Auer, Nina Ruge und Pheline Roggan reißen sich um bunte Schals und schicke Kleidung, die auf der kleinen Elbinsel über den Nähtisch gehen. Den türkischen Frauen ihr Selbstwertgefühl zurückzugeben, ihnen zeigen, dass sie etwas wert sind – das möchte Pavenstedt. „Es geht nicht um Diskriminierung“, sagt sie. „Das größte Problem ist, dass die Frauen in unserer Gesellschaft schlichtweg nicht gesehen werden.“ Die Veddeler Teilnehmerinnen werden nach Tarif bezahlt, zusätzlich prangt in jedem Kleidungsstück – sozusagen als Erkennungszeichen – der Name der Näherin. Auch ein Deutschkurs gehört zum Projekt. Mit ihren Produkten sind Pavenstedt und ihre Mitarbeiterinnen häufig auf Modenschauen und Benefizveranstaltungen zu Gast.
Der Bürgerpreis der Bezirksversammlung Mitte wurde in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben. Er war mit insgesamt 6.000 Euro dotiert. Aus 79 Einsendungen wurden vier Preisträger ausgewählt. „Die große Anzahl von Menschen mit Migrationshintergrund, die vorgeschlagen wurden, zeigt deutlich, wie sehr man sich gesellschaftlich verantwortlich fühlt“, so die stellvertretende Vorsitzende der Bezirksversammlung, Jutta Kodrzynski. „Es sind zugleich viele Beispiele einer gelungenen Integration.“
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