Hamburgs Seeadler in Gefahr?

(Foto: pixelio)

Toter Bussard im Naturschutzgebiet Rhee entdeckt – wurde er vergiftet?

Der Kirchdorfer Ornithologe Gerhard Brodowski ist alarmiert. Vergangene Woche entdeckte der Vogelexperte im Naturschutzgebiet Rhee einen toten Mäusebussard, der dicht über dem Boden in einer Astgabel hing. Brodowski vermutet, dass das Tier nicht im Kampf gestorben ist, sondern vergiftet wurde. „Sein Gefieder war in einwandfreiem Zustand“, begründet er seinen Verdacht.
Zeitgleich wurden im Landkreis Stade die Behörden aktiv: Seit Ende Februar sind im südlichen Kreisgebiet schon 14 verendete Mäusebussarde ent-deckt worden. Im Alten Land hatte ein Landwirt am vergangenen Mittwoch gleich vier tote Bussarde gefunden. Wurden die Greifvögel vergiftet? Die Kadaver sollen jetzt von Veterinären in Niedersachsen untersucht werden. Möglich sei zwar auch, dass der lange Winter die Tiere geschwächt habe, doch eine Vergiftung sei nicht auszuschließen, teilte der Landkreis mit.
Bei dem in Wilhelmsburg verendeten Bussard spricht für Vogelkundler Brodowski noch eine weitere Tatsache für eine Vergiftung: „Auf der Elbinsel sind in den letzten Jahren mehrere Bussardnester aus den Bäumen verschwunden“, sagt er. Außerdem würden nicht nur Bussarde, sondern auch Krähen, Rotmilane und Seeadler vergiftet. „Müssen wir jetzt Angst um die Seeadler in Hamburg haben?“, fragt er.
Dass Greifvögel vergiftet werden, kommt leider immer wieder vor. Manchmal haben es die Täter nur auf Krähen abgesehen, die in der Landwirtschaft großen Schaden anrichten können. Doch Greifvögel sind Aasfresser und verenden selbst, wenn sie die Krähen verzehren. Oft werden auch Giftköder ausgelegt, um Füchse zu töten. Sogar vermeintliche Naturschützer findet man unter den Tätern. Sie vergiften gezielt Greifvögel, etwa um Bodenbrüter zu schützen.
Wegen des Verdachts auf Vergiftung hat Brodowski Anzeige bei der Umweltpolizei erstattet. Der tote Bussard wird jetzt auf Giftspuren untersucht. Dass der Täter ermittelt werden kann, ist allerdings eher unwahrscheinlich.
Infos zum Thema unter www.natur-beobachtungen.de
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