Hafenquerspange – im Süden, im Norden – oder vielleicht doch gar nicht?

Varianten der Linienbestimmung - Grafik aus Bürgerschaftsdrucksache 18/7723 ergänzt
Das lustige Spiel, wo die Autobahn Hafenquerspange verlaufen soll, wenn es denn mal irgendwann jemanden gäbe, der sie bezahlen will, geht in eine neue Runde:

1940 war sie schon in die Schulatlanten eingezeichnet, mitten durch Wilhelmsburg,

1979 wurde eine Hafenautobahn von Georgswerder bis Waltershof beschlossen, ab 1999 gab es ein neues Linienbestimmungsverfahren.

2005 sollte sie den Spreehafen überqueren. Nach Protesten und vielen teuren Planungen erklärte der CDU-Senat sie kurz von der Wahlen 2008 für unbezahlbar, die GAL-Senatorin Hajduk plante sie nun im Süden.

Und so stellte es der Bund 2011 nach millionenschweren DEGES-Gutachten fest: die HQS wird eine Verlängerung der A 26 durch Moorburg bis Kirchdorf. Aber nichts ist kurzfristiger als eine endgültige Entscheidung.

Nun geht es wieder los: Der frühere Wirtschaftsstaatsrat Bonz, jetzt bei Eurogate, will wieder die Nordtrasse und ihm folgt am 15.März 2012 ein Antrag der FDP (Bürgerschaftsdrucksache 20/3553), genau diese wieder zu prüfen. Das war ja auch immer die Wunschtrasse der Handelskammer, als der jetzige Wirtschafts- und Verkehrssenator Horch noch ihr Chef war. Man darf gespannt sein, wie er auf den Antrag reagiert.

Kaum Aussicht auf Geld aus Berlin

Schon beim Bundesverkehrswegeplan 2005-2015 hatte die Hafenquerspange ein schlechtes Nutzen-Kosten-Verhältnis und statt der Aufnahme in den vordringlichen Bedarf nur den Trostpreis: „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ erhalten. Hamburg durfte also weiter planen und hat das für einige zig Millionen Euro auch getan. Und für 2011/2012 sind schon mal wieder 8,6 Mio. Euro allein für Honorare, Ingenieur- und Dienstleistungen für die "Entwicklung der Konzepte zur Hafenquerspange“ vorgesehen – behördeninterne Kosten nicht inbegriffen.

Chancen, dass die Autobahn nun vom Bund bezahlt wird, gibt es kaum, zahlt doch der Bund für Hamburg immer noch die Elbtunnelröhre ab, baut die A7, finanziert dort einen Autobahndeckel mit und will ca. 140 Mio. für die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße um ein paar hundert Meter ausgeben.

Ein Teil des Antrags der FDP ist allerdings interessant: Sie fordert den Senat zugleich auf zu prüfen, „inwieweit der Neubau der Köhlbrandbrücke anteilig durch den Bund finanziert werden kann“.
Das allerdings wäre wirklich von Bedeutung – aber nicht als Zusatz, sondern als Alternative zur Forderung nach einer Autobahn.
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