Hafenquerspange: Bagger könnten schon 2017 rollen

Von der Reichsstraße soll die A 26 zuerst im Tunnel verlaufen und dann oberirdisch zur A 1 geleitet werden. (Foto: Grafik: Michael Rothschuh)
 
Die geplante Süderelbbrücke ist Teil der Hafenquerspange. (Foto: grafik: sbp-WTM, D+W)

Bundesverkehrsministerium will Bau der A 26 mit privaten Investoren beschleunigen

Seit vielen Jahren bewegt sie die Gemüter im Hamburger Süden, jetzt scheint das Mega-Verkehrsprojekt in die Gänge zu kommen: Beim Bau der Autobahn 26 will das Bundesverkehrsministerium womöglich auf private Investoren setzen und damit ihre Fertigstellung um Jahre beschleunigen. Das Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.
• Wo wird die Autobahn gebaut?
Die sogenannte Hafenquerspange soll die A 7 im Westen mit der A 1 im Osten verbinden. Die geplante Trasse führt von der Landesgrenze Niedersachsen/
Hamburg über eine Strecke von acht Kilometern bis zur A 7 (A 26 West), dann über 9,5 Kilometer südlich an Moorburg vorbei und über eine neue Brücke weiter nach Wilhelmsburg (A 26 Ost), wo sie zum Teil als Tunnel gebaut wird und schließlich in Stillhorn in die A 1 mündet.
• Wie wird die A 26 finanziert?
Für die Finanzierung von Bundesautobahnen ist grundsätzlich der Bund zuständig. Für den Bau der A 26 erwägt der Bund nun eine öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) mit Unternehmen einzugehen. Eine endgültige Entscheidung darüber ist jedoch noch nicht gefallen. Durch die Partnerschaft will der Bund zunächst Geld sparen. Denn der private Partner übernimmt vorerst die Kosten für den Bau und für mehrere Jahrzehnte auch für die Instandsetzung und den Betrieb der Autobahn. ÖPP-Projekte stehen jedoch in der Kritik. Sie gelten als langfristig unwirtschaftlich und teuer.
• Wie teuer wird die Autobahn?
Nach Medienberichten belaufen sich die voraussichtlichen
Kosten mittlerweile auf insgesamt rund 1,25 Millionen Euro. Dabei schlägt allein die 535 Meter lange und 53 Meter hohe neuen Süderelbbrücke mit voraussichtlich 175 Millionen Euro zu Buche.
• Wann wird gebaut?
Weil zurzeit nicht ausreichend öffentliche Mittel für den Bau zur Verfügung stehen, ging man bisher von einer Fertigstellung frühestens in zehn Jahren aus. Wird die Autobahn zum ÖPP-Projekt, könnten die Bagger für den westliche Abschnitt schon 2017 rollen. Für die A 26 West läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren. Laut Verkehrsbehörde habe man sich bereits mit Landwirten, deren Grundstücke für dieses Teilstück gebraucht werden, weitgehend geeinigt. Die A 26 Ost wird in drei Einzelabschnitten gebaut. Für den ersten davon könnte schon in diesem Jahr ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.
• Wie sind die Reaktionen auf die Pläne des Bundes?
Die Verkehrsbehörde begrüßt die Beschleunigung, die Autobahn werde dringend benötigt um den Verkehr im Süden zu entlasten.
Auf der Elbinsel wird die Hafenquerspange heftig kritisiert. „Für Wilhelmsburg wäre eine weitere Autobahn katastrophal: Vor allem für die Anwohner im Süden der Insel, in Kirchdorf und Kirchdorf-Süd. Die A 1 hat immer noch keinen Lärmschutz, die Reichsstraße soll auf Autobahnstandard ausgebaut werden und jetzt wird im Süden eine weitere Zerschneidung geplant. Mehr Lärm, mehr Feinstaub, mehr
Stickoxide, mehr Schwefeldioxid. Gesund ist das bekanntlich nicht“, sagt Manuel Humburg vom Verein Zukunft Elbinsel.
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1 Kommentar
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Rainer Böhrnsen aus Moorburg | 13.01.2015 | 17:34  
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