Hafenbehörde will kein schwimmendes Café

Jan Peters vom HHLV präsentiert den Lieger „Caesar“. Zurzeit sind dort 20 Handwerker – acht von ihnen ehrenamtlich – mit Restaurierungsarbeiten beschäftigt. (Foto: cvs)

HPA begründet: Zu gefährlich wegen Chemikalien und Kraftstoffen

von Christopher v. Savigny
Seit Dezember letzten Jahres kann man Wilhelmsburg auch per Schiff erreichen: Wochentags im 40-Minuten-Takt verkehren die Hadag-Fähren zwischen den Landungsbrücken und der Ernst-August-Schleuse. An Wochenenden übernimmt die private Maritime Circle Line die Tour. Bislang präsentiert sich der neue Anleger recht nüchtern und schmucklos. Gegen Regen schützt lediglich ein Unterstand in der Größe eines üblichen Buswartehäuschens. Das soll sich ändern.
Der Hausbootverein „Hamburger Hafen Lieger Verbund“ (HHLV) will vor Ort seinen his-torischen Hafenlieger „Caesar“ andocken lassen – inklusive schwimmendem Café. Ein Betreiber ist mit dem Veranstaltungsmanagement des Maritimen Museums bereits gefunden. In der „Kaffeeklappe“ soll man nicht nur Milchkaffee trinken, sondern auch Infos zu Geschichte, Wirtschaft und Kultur des Hafens bekommen können. „Unser Ziel ist es, den Anlieger dauerhaft zu beleben“, sagt Christine Röthig vom HHLV-Vorstand. Auch soll der 1902 als schwimmendes Kontor- und Werkgebäude erbaute „Caesar“ auf diese Weise als Hafendenkmal zu Ehren kommen.
Soweit der Plan – doch mit der Umsetzung hapert es: Denn die zuständige Hamburg Port Authority (HPA) hat etwas dagegen. „Eine Nutzung als Café oder Veranstaltungsraum ist nicht mit dem Hafengesetz vereinbar“, sagt HPA-Sprecher Alexander Schwertner. Im Klartext: Wo gefährliche Chemikalien oder Kraftstoffe transportiert werden, darf es weder Restaurant noch Kneipe geben. Das Gesetz sei an der Stelle eindeutig, so Schwertner.
Inzwischen läuft ein neuer Antrag mit überarbeitetetem Konzept. Unter anderem wurden die Sicherheitsvorkehrungen gegen Feuer und Wassereinbruch verbessert. Eine endgültige Entscheidung ist offenbar noch nicht gefallen. Auch Manuel Humburg vom Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg macht sich für die „schwimmende Kaffeeklappe“ stark: „Ein Café an der Stelle hätte den Vorteil, dass es den Anleger stärken und stabilisieren würde.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.