Hälfte der Ateliers noch frei

Lange schaute die Wilhelmsburger Theaterpädagogin Paula Zamora mit bangem Blick auf das rote Backsteinhaus am Veringkanal. Doch jetzt wird saniert. (Foto: sk)

Nach Sanierungszusage: KünstlerCommunity gerettet, aber viele Beteiligte sind abgesprungen

von Steffen Kozieraz

Eine lebendige Kunst- und Kulturszene gilt als Aushängeschild einer weltoffenen Großstadt. In Wilhelmsburg soll die Kunst nun ein festes Zuhause bekommen – in den Veringhöfen. Nachdem die von der IBA ins Leben gerufene KünstlerCommunity um ein Haar auseinandergebrochen wäre, wird die Gruppe im Oktober 2013 in den frisch sanierten Häusern am Veringkanal ihre Räume, Ateliers und Werkstätten beziehen. Knapp die Hälfte der Räume sind noch zu haben.
Die Konditionen des Mietvertrages, der in den nächsten Tagen unterzeichnet werden soll, sind bestens: auf 30 Jahre angelegt mit einer Mietpreisbindung von 7,50 Euro pro Quadratmeter. Dennoch sind von den rund 2.000 Quadratmetern Fläche, die zur Verfügung stehen, zurzeit noch 900 Quadratmeter frei. Wie kommt das denn? „Das liegt einzig daran, dass das ganze Projekt vor kurzem noch vor dem Aus stand“, betont Paula Zamora, Gründungsmitglied der KünstlerCommunity. Nachdem im vergangenen November eines der beiden vorgesehenen Häuser wegen Schimmel abgerissen werden musste, wollte die Stadt auch das zweite einstampfen. Von den 60 beteiligten Künstlern seien über die Hälfte abgesprungen, so Zamora. Doch mit Unterstützung der IBA und nach der Drohung der Künstler, aus dem Projekt komplett auszusteigen, sei die Sanierung des Veringhofs 23b jetzt gesichert. „Das Kunst- und Kreativzentrum ist nun kein Luftschloss mehr!“
Voller Hoffnung zeigt Paula Zamora auf das derzeit noch marode, rote Backsteingebäude mit vernagelten Fenstern. Nach der Sanierung wollen die 28 Kunstschaffenden der Community hier allerdings nicht abgeschottet vor sich hin werkeln, sondern offen nach außen sein. Mit Ausstellungen, kleinen Konzerten und Angeboten wie Keramik-Workshop, Kinderateliers oder Tanz- und Theaterkursen sollen auch die Wilhelmsburger vom neuen Künstlerzentrum profitieren. „Wir sind offen für jeden. Wir haben sogar jemanden bei uns, der Open Gardening macht und auf Dächern Grünzeug anbaut,“ erklärt Paula Zamora das Leitbild ihrer Community. Mit dem Vorurteil, dass Kunst etwas Elitäres sei, wolle man brechen.
Nächstes Treffen am Freitag, 31. August, um 18 Uhr im West-end, Vogelhüttendeich 17; Kontakt per Mail: kunst-und-kreativ zentrum-wilhelmsburg@gmx.de
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