Grünes Klassenzimmer

Ernst Lobischer (l.) und Walter Matern schrauben die Messingschilder an die neuen Holzbänke. „Nelson-Mandela-Schule“ steht drauf. (Foto: ad)

Nelson-Mandela-Schule hat einen Naturerlebnisgarten am Hauland

von Angela Dietz

Vor sechs Jahren war sie noch eine von vielen matschigen Wiesen am Hauland. Heute wächst und gedeiht dort der neue Naturerlebnisgarten der Nelson-Mandela-Schule (NeMa). Weithin sichtbar ist das riesige Windrad des fußballfeldgroßen Gartens. Doch das grüne Klassenzimmer ist nicht nur ökologisch interessant, es lädt auch zum Verweilen ein.
Ingrid Helwig, die Projektkoordinatorin, zählt strahlend auf, was der Naturerlebnisgarten den Schülern zu bieten hat: „Trockenwiese, Feuchtwiese, Gartenhaus, Weidentipi, Hochbeete, Apfelbäume und, achja, das Kartoffelprojekt.“
Das liegt ihr besonders am Herzen. Fünftklässler arbeiten zum Thema Kartoffeln. Das können sie nun mit Hand, Herz und Verstand im grünen Klassenzimmer tun. Sie pflegen sogar Kontakte zu Kartoffel-Ursprungsländern wie Peru und Bolivien. Perspektivisch soll der Garten Kindern und Jugendlichen vieler Schulen und Kitas zur Verfügung stehen.
Jahrelang haben NeMa-Schüler fast aller Klassenstufen, ehrenamtliche Helfer und Kooperationspartner geplant und wortwörtlich geackert. Einer von ihnen ist Harald Köpcke vom BUND. „Wir wollten besonders Kindern aus Migranten-Familien die hiesige Natur näherbringen“, berichtet er von den Anfängen. Ein anderer ist Marcel Azim Ansari. Der 20-Jährige macht bald Abi und soll in Sachen Computer was auf dem Kasten haben. Am Anfang hat er noch Löcher zum Entwässern auf der Wiese gebuddelt, aber der richtige „Grüntyp“ ist er nicht. „Deshalb“, so erklärt Ansari, „dokumentiere ich lieber das ganze Projekt.“ Er gestaltet Grafik und Layout im NeMa-Medienzentrum.
Jetzt bringen zwei Ehrenamtliche kleine Messingschilder an die neuen, rustikalen Holzbänke. „Schrauben oder hämmern?“, fragt Walter Matern vom Schulverein den ehemaligen Schulleiter Ernst Lobischer. „Schrauben“, antwortet dieser. Lobischer hat die Bänke gebaut.
Eine Hecke umrundet den „Bankenplatz“. Wer die Schmetterlinge, die über der Trockenwiese flattern, genug beobachtet, ausreichend Unkraut gerupft oder die mit Windkraft betriebene Pumpe fertig gewartet hat, kann hier verschnaufen. Zur Zeit planen Schüler eine Brücke über eine typische Wilhelmsburger Wettern, von der Statik bis zum Bau.
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