Großes Theater auf der kleinen Elbinsel

Pastor Ulfert Sterz sieht das Festival als Chance für seine Kirche und die Veddel. Auch gegen den Teppich im Kirchenhaus habe es in der Gemeinde keinen Protest gegen. Alle seien neugierig auf das Festival, so Sterz.

Schauspielhaus-Projekt „New Hamburg loves Veddel“ stellt sich am Sonnabend, 17. Mai, mit einem Straßenfest dem Stadtteil vor

Ein ungewohnter Anblick: Aus der Veddeler Immanuelkirche sind alle Bänke verschwunden, stattdessen bedeckt ein blauer Teppich den Kirchenboden. Zum Hinsetzen oder Hinlegen und Musikhören, erklärt Pastor Ulfert Sterz – für Gottesdienste werden Stühle in die Kirche gestellt. Vom 3. bis zum 20. Oktober verwandelt sich die Kirche – und einige andere Orte auf der Veddel – in eine Bühne. Dann zieht das Theater- und Musikfestival „New Hamburg loves Veddel“ auf die Elbinsel. Am Sonnabend, 17. Mai, wollen die Organisatoren das Projekt der Öffentlichkeit vorstellen und laden alle Bewohner der Veddel ab 15 Uhr zu einem Straßenfest mit Lesungen, Kinderprogramm und Party rund um die Kirche in der Wilhelmsburger Straße 73 ein.
Flucht, Großstadt, Migration, Ankommen – das sind die Themen, mit denen sich das Festivals befasst. Kaum ein Ort eignet sich besser dafür als die Veddel, auf der viele Kulturen auf engem Raum zusammenleben. Die Kreativen wollen die Inselbewohner bewusst mit einbinden. „Alle Formate sind im Gespräch mit Menschen aus dem Stadtteil entstanden“, erklärt Produktionsleiterin Maike Gunsilius. Wer sich über die geplanten Veranstaltungen informieren möchte, oder mitmachen will, kann Gunsilius und den Musik-Chef des Festivals, Sebastian Reier, immer mittwochs von 10 bis 14 Uhr im Stadtteilladen Veddel, Immanuelstieg 5, besuchen.
Ulfert Sterz war sofort begeis-tert von dem Projekt. „Alles Inspirierende was von außen kommt, kann der Veddel nur gut tun“, sagt der Pastor. Auch die Gemeinde sehe es als Chance für die Kirche. Unter seiner Leitung ist die Kirche in den vergangenen Jahren bereits zum Treffpunkt und Veranstaltungsort für Musiker und Filmfans geworden. Sterz wünscht sich noch mehr kulturelle Angebote für die über 5.000 Bewohner der Veddel und will die Kirche gerne dafür öffnen. Seit Jahren plant er, im Gemeindehaus ein Café als Treffpunkt für den Stadtteil einzurichten. Bisher scheiterte das Projekt an Geldmangel. Im Rahmen des Festivals kann es endlich umgesetzt werden. „Wir wünschen uns, dass das Café bleibt, aber die Finanzierung nach dem Festival ist noch nicht geklärt. Dass wir es überhaupt versuchen können, verdanken wird dem Schauspielhaus“, sagt der Pastor.
Mehr Infos zum Programm: www.new-hamburg.de
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