Grenzanlagen im Wilhelmsburger Park - Plan 5

Grenzen im Wilhelmsburger Inselpark - Bezirksplanung vom 6.5.2014 (Zeichnung Rothschuh, Hintergrund: öffentliche Folie des Bezirks Mitte)

Nachdem der Wilhelmburger Park 50 Jahre ein friedlicher, freier und naturnaher Park war, soll es nun vier eingezäunte Inseln im Inselpark geben - dabei bleibt der Bezirksamtsleiter. Aber er legt einen neuen Plan vor.

Plan 1: Freier Park ohne Zäune

Dies galt bis zum Ende der Internationalen Gartenschau 2013 (igs) in Wilhelmsburg am 12.Oktober 2013: "Wenn nach der Gartenschau die Zäune abgebaut werden, ist das Gelände kostenfrei zu nutzen", hieß es in der Basisinformation der igs "In 80 Gärten um die Welt", die die igs international verbreitete.

Plan 2: Eingezäunt wie während der Gartenschau

Aber der Geschäftsführer der igs Heiner Baumgarten verbreitete schon einige Zeit seine Idee, man könne Zäune doch auch stehen lassen und den Park abends wie bei Planten un Blomen absperren. Die igs vergab dementsprechend einen Auftrag für einen "Übersichtsplan Zaunverlauf und Zugänge Inselpark". Dieser wurde unmittelbar nach der Gartenschau fertig gestellt und gelangte nach einiger Zeit an die Öffentlichkeit. Der Zaun sollte weitgehend so bestehen bleiben wie während der Gartenschau, viele neue Eingänge sollten errichtet werden.
Die igs praktizierte die Schließung gleich nach Abschluss der Gartenschau mit Öffnungszeiten von morgens bis 20 Uhr.

Plan 3: Der Nord-Süd-Radweg wird wieder frei

Im Januar übernahm der Bezirk Mitte das Gelände von der igs - die es aber nach wie vor faktisch verwaltet, nur jetzt im Auftrag des Bezirks - und erarbeitete einen Plan, nach dem der Radweg auf der Straße Hauland zugänglich bleiben sollte. Eine öffentliche Diskussion allerdings, ob das Versprechen des Abbaus des Zauns gebrochen werden sollte, veranstaltete der Bezirk nicht.

Plan 4: Vier eingesperrte Inseln im Park

Zu einer großen öffentlichen Versammlung im Februar, zu der u.a. der Stadtteilbeirat, der vom Bezirk mit finanzierte Prozess "Perspektiven!" und Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e.V. aufgerufen hatte, projizierte der Bezirk einen neuen Plan. Danach sollte auch der Fußweg zwischen Kirchdorf und dem Südwesten mit einigen Umwegen frei bleiben. Dadurch entstünden gleichzeitig vier eingezäunte Inseln. Auch der Bezirk sprach fortan von einer "Sportinsel".

Plan 5: Vier Inseln und Neubau von Grenzanlagen

Am 6. Mai 2014 legte der Bezirksamtsleiter Andy Grote, SPD, beim Regionalausschuss Wilhelmsburg/ Veddel einen neuen Plan vor. Gegenüber den bisherigen Plänen sollen nun die eingegrenzten Bereiche etwas kleiner sein, wodurch mehr Durchgänge frei würden.

Im Westen bliebe der Mengepark eingezäunt, Sperrgebiete gäbe es bei den "Wasserwelten" der igs und am südlichen Ende des Schlöperstiegs, der damit in den Sperrzeiten zu einer Sackgasse auch für Fußgänger wird.

Im Osten gäbe es dann eine "Sportinsel", die auch die Kleingärten umfasst und das Gebiet der Bühne. Mit gewundenen Zäunen und einem neuen Abgang von der Brackstraße sollen Fußgänger und Radfahrer auch in den Sperrzeiten südlich des Kuckucksteichs in Richtung Georg-Wilhelm-Straße gelangen können.

Flexible Öffnungszeiten

Zur Eröffnung des Parks wiederholte Andy Grote sein Angebot, die Sperrgebiete zunächst nur „von 0-5 Uhr" schließen zu lassen. Aber man müsse die Erfahrungen auswerten und könne diese Zeiten auch verändern, zu kürzeren oder längeren Zeiten. Seines Erachtens seien "99 Prozent" von den Sperrzeiten nicht betroffen.

Was kostet das und wer bezahlt das?

Erforderlich ist für die Grenzanlagen der Bau von ca. 18 verschließbaren Toren und deren feste Gründung im Erdreich, außerdem zusätzliche Sperren an den Brücken, damit die Tore nicht umgangen werden können, sowie eine Reihe von neuen Zäunen. Dabei kann sicherlich auch Material von den abgebauten Zäunen mit verwendet werden. Dazu kommen Umbaumaßnahmen beim Übergang der Brackstraße in den Park.
Die Frage nach den Kosten der Maßnahmen konnte vom Bezirk nicht beantwortet werden; dies seien, so der Bezirksamtsleiter, aber Kosten, die nicht der Bezirk, sondern die igs bezahlen würde.
Die igs allerdings hat nicht etwa Überschüsse erwirtschaftet, sondern ein zig Millionen schweres Defizit, das nun durch Kürzungen der Ausgaben u.a. in der Stadtentwicklungsbehörde getragen werden soll, letztlich auf Kosten der Hamburger Bürger*innen. Dies Defizit erhöht sich durch die Zaunplanung.

Plan 6 im Hauptausschuss am 13.5.2014?

Am Dienstag, 13.5.2014, 17:30 will der Hauptausschuss des Bezirks Mitte im Klosterwall 8 in einer öffentlichen Sitzung über den Zaun beraten. Ob er dabei über den Plan 5 entscheidet oder ob ihm ein neuer Plan 6 vorgelegt wird, ist ungewiss.
Vielleicht aber kehrt er zurück zu Plan 1, zu den Zusagen, die igs und Stadt immer gemacht hatten: Der Wilhelmsburger Inselpark wird neben dem Hamburger Stadtpark und dem Altonaer Volkspark ein großer freier Volkspark in Hamburg sein./b>
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