Glück gehabt:Saga/GWG hebt Mietsperre auf

Die Mietsperre gegen Ahmet K. wurde von der Saga/GWG aufgehoben. Die Familie kann sich nun um andere Wohnungen bewerben – mehr Platz käme auch den drei Kindern zugute. Foto: Tsilis

Wegen diverser Vorfälle hatt Ahmet K. bislang keine Chance,
eine größere Wohnung zu bekommen

Von Andreas Tsilis.
Seit vier Jahren führt Ahmet K. (Name der Redaktion bekannt) einen verzweifelten Kampf für seine Familie und gegen die bösen Geister aus seiner Vergangenheit. Mit seiner Frau, zwei Kleinkindern und einem Baby lebt K. in einer 55m² kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung im dritten Stock. Eine bezahlbare größere Wohnung ist nicht zu finden. Als wäre das nicht schon übel genug, wurde K. von seinem Vermieter, die Saga/GWG, mit einer „Mietsperre“ belegt: Die Familie darf in der Wohnung bleiben, wird aber bei der Vergabe anderer Wohnungen nicht berücksichtigt.

Brief an Bürgermeister
Olaf Scholz

„Es handelt sich hier um einen komplizierten Fall, bei dem es keine einfachen Antworten gibt“, sagt Saga/GWG-Pressesprecherin Kerstin Matzen. Der Grund sind Vorfälle aus 2011 und 2012 – K. verlor unverschuldet seinen Job, lebte von wenig Geld und blieb zeitweise die Miete schuldig. In dieser Zeit geriet er zudem heftig mit einer Saga-Mitarbeiterin in Streit.
Für sein Fehlverhalten entschuldigte sich K. telefonisch und schriftlich, doch der Vermieter blieb hart. „Ahmet K. müsse sich bei anderen Wohnungs-Anbietern umsehen“, schrieb der damalige Leiter der Kundenabteilung der Familie. Zu allem Unglück geriet der Familienvater auf der Saga-Geschäftsstelle in eine Schlägerei. „Unverschuldet“, so K. „Dennoch wurde ich als Täter abgestempelt.“
Auch ein Brief an Bürgermeister Olaf Scholz brachte ihm nicht die ersehnte Hilfe. „Dem Senat sei die Wohnungsknappheit bewusst“, hieß es unter anderem aus dem Bürgerbüro. „Wie“, so fragt K. aber noch heute, „soll ich meinen ältesten Sohn fit für die Schule machen, wenn kein Platz für einen Schreibtisch vorhanden ist?“
Die erhoffte, positive Anwort könnte möglicherweise nun von der Saga/GWG kommen. Gegenüber dem Wochenblatt betont Pressesprecherin Matzen, dass K. seine Pflichten aus dem Mietverhältnis „in unterschiedlicher Art und Weise missachtet“ habe, dennoch könne sich die Familie „nun wieder um Wohnungen bewerben“.
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1 Kommentar
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 11.10.2015 | 11:41  
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