Giftgrün, aber nicht gefährlich

Neongrünes Wasser in einem Entwässerungsgraben in der Nähe der Neuenfelder Straße sorgte bei Anwohner Rolf Schälicke für Verwirrung.

Hamburg Wasser färbt Wasser in den Gräben ein, um Quelle für Gestank zu finden

von Stefan Küther

Rolf Schälicke steht in seinem Garten und blickt auf das neongrüne Wasser im Entwässerungsgraben. „Gestern Abend kam es aus einem verrosteten Gitter an der Neuenfelder Straße“, berichtet er. Besorgt rief er die Polizei. Die stellte fest, dass Hamburg Wasser für die grüne Farbe verantwortlich ist.
Kommt in Zukunft also grünes Wasser aus der Leitung? Natürlich nicht! „So wird überprüft, ob die Anschlüsse im Abwassersystem richtig gesetzt sind“, erklärt Matthias Sobottka von Hamburg Wasser. Dabei wird ein gut sichtbarer, biologisch abbaubarer und unbedenklicher Farbstoff ins Wasser gegeben.
„Mehrere Besucher des Wochenmarkts auf dem Berta-Kröger-Platz hatten sich wegen Geruchsbelästigung beschwert“, erläutert Sobottka die Ursache der Untersuchung. Die Vermutung der Mitarbeiter von Hamburg Wasser: Ein falsch angeschlossener Abwasserkanal, der den Gestank verursacht. In Wilhelmsburg werden, wie in den meisten Teilen der Stadt, Regenwasser und Abwasser getrennt voneinander abgeleitet.
Das mit grüner Farbe versetzte Wasser allerdings floss korrekterweise vom Gulli durch den Regenwasserkanal und trat wie geplant an der Stelle aus, an der Rolf Schälicke die Entdeckung gemacht hatte.
Matthias Sobottka betont: „Die genaue Untersuchung unserer Mitarbeiter ergab, dass der Markt selbst für die Geruchsbelästigung verantwortlich ist.“ Kein Abwasser, sondern organische Abfälle, die die Markthändler regelmäßig und widerrechtlich dienstags und freitags im Gulli entsorgten, waren der Übeltäter. Da es in den letzten Wochen kaum geregnet hat, wurden die Abfälle nicht vom Regen weggespült.
Hamburg Wasser habe an die Markhändler appelliert, ihre Abfälle ab sofort anders zu entsorgen, bestätigt Sobottka. In Zukunft können Besucher des Wochenmarkts also wieder ungestört einkaufen, und in den Kanälen Kirchdorfs fließt kein giftgrünes Wasser mehr.
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