Gibt es bald zwei Containerdörfer auf der Elbinsel?

Die Sozialbehörde prüft zurzeit, ob sich die Brachfläche am Veritaskanal für die Unterbringung von Asylbewerbern eignet.

Behörde prüft Unterbringung von Flüchtlingen in der Sanitasstraße – Fläche am Kurdamm nicht vor Juni bezugsfertig

Immer mehr Flüchtlinge strömen nach Hamburg. 2012 kamen 2.091 Asylbewerber, 2013 waren es 3.619, in diesem Jahr rechnet man mit noch mehr Menschen. Nach Angaben der Innenbehörde verzeichnete Hamburg allein im Januar diesen Jahres 460 Asylbewerber. Zum Vergleich: Im Januar 2013 waren es 221. Alle unterzubringen, die warten müssen, bis über ihren Antrag entschieden ist, stellt die Sozialbehörde vor eine große Herausforderung. Insgesamt werden 2014 etwa 4.000 neue Plätze gebraucht, davon sind rund 2.900 bereits in Planung. 1.100 Plätze fehlen noch. Geeignete Flächen für Unterkünfte werden auch in Wilhelmsburg gesucht.
• Wo könnten auf der Elbinsel neue Unterkünfte entstehen?
Zurzeit prüft die Sozialbehörde, ob sich ein brach liegendes Grundstück in der Sanitasstraße eignet. Der Bezirk hatte die beiden Flurstücke im Reiherstiegviertel vorgeschlagen. Nördlich grenzt eine Kita an das Brachland, westlich die Künstlercommunity am Veringkanal. Wie viele Menschen hier untergebracht werden könnten und ob sie in Containern leben würden, ist noch nicht bekannt. Andere Flächen auf der Elbinsel werden derzeit nicht geprüft.
• Hat die Sozialbehörde bereits passende Flächen?
Konkrete Pläne gibt es für das ehemalige Schulgelände am Kurdamm. Hier werden 130 Flüchtlinge in einem Containerdorf leben. Eigentlich sollten die Bewohner die fünf doppelstöckigen Wohnblöcke mit jeweils 20 Containern Ende April beziehen. Doch ihr Einzug verzögert sich bis mindestens Juni. „Der Standort ist noch nicht hergerichtet“, sagt Marcel Schweizer, Sprecher der Sozialbehörde. Nach Informationen des Wochenblatts muss noch geprüft werden, ob der Boden möglicherweise belas-tet ist und ob er der Last der Container standhält. Mit Gegenwind von Anwohnern muss die Sozialbehörde nicht rechnen, bei einem öffentlichen Infoabend im Februar signalisierten diese bereits, die neuen Nachbarn unterstützen zu wollen.
• Gibt es bereits Flüchtlingsunterkünfte in Wilhelmsburg?
In der Straße „An der Hafenbahn“ leben seit Jahren Zuwanderer und Wohnungslose. Hier sind zurzeit 321 Personen in Häusern untergebracht. Etwa die Hälfte von ihnen sind alleinstehend, der Rest sind Familien. Bei der Mehrzahl handelt es sich um Zuwanderer, 24 der Bewohner waren zuvor wohnungslos. Neue Plätze sollen hier laut Sozialbehörde nicht geschaffen werden.
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