Gibt die SPD Wilhelmsburg schon wieder auf? SPD entscheidet für Containerstandort

Auf der gestrigen Sitzung des Regionalausschusses Wilhelmsburg/Veddel zeigte sich wieder einmal, wie wenig ernst es der SPD-Senat es mit einer positiven Entwicklung der Elbinsel meint. Zur Überraschung aller Anwesenden erläuterte eine Mitarbeiterin des Bezirksamts Hamburg-Mitte im Auftrage des Landesbetriebs Immobilienmanagement (LIG) und der IBA GmbH, dass sie mit Wirkung zum 1.9.2014 rund 9.000 m² eines Industriegrundstücks an der Jaffestraße 14 an ein Containerhandelsunternehmen vermietet hat.

Das pikante an der eigentlich normalen Handlungsweise: In den vergangenen Jahren hatten sich Politik und die CDU-geführten Senate immer für eine Räumung dieses Geländes inmitten Wilhelmsburgs von den bisherigen Containerumschlagsbetrieben eingesetzt, was letztendlich auch gelang und dem Stadtteil eine Möglichkeit der positiven Entwicklung, insbesondere nach einem möglichen Rückbau der Reichsstraße, geben sollte.

„Der Schock über diese unabgesprochene Handlungsweise war allen Anwesenden anzusehen“ schildert Jörn Frommann, der für die CDU im Regionalausschuss sitzt, die Reaktionen am gestrigen Abend „Über das tatsächliche Ausmaß der Ansiedlung konnte uns die Mitarbeiterin des Bezirksamts noch nicht einmal Auskunft geben. Vielmehr kam es einem so vor, dass LIG und IBA aus Feigheit und im Wissen der kritischen Haltung der Wilhelmsburger, nicht selbst anwesend waren“ fasst Frommann das Gefühl der Anwesenden zusammen.

Viele Jahre hatten sich die Fraktionen des Regionalausschusses und die IBA GmbH für eine Verlagerung des ehemals dort ansässigen Containerbetriebs, von dem eine hohe Belastung für die Umgebung ausging, eingesetzt, um dem Stadtteil eine positive Entwicklung zu verschaffen.

„Leider scheint es auch keine Regularien innerhalb des Pachtvertrags zu geben, die z.B. die tatsächliche Anzahl der Containerfahrten etc. regelt. Augenscheinlich ist man hier blind in eine Vermietung eingestiegen. Dies wirkt umso schwerer, als das die Referentin bereits angekündigt hat, dass auch weitere Flächen des insgesamt rund 40.000 m² großen Areals so vermietet werden könnten“ kritisiert Frommann das Verhalten der Verwaltung.

Aus Sicht der Politiker vor Ort wiegen auch die monatlich vierstellige Mieteinnahme, die erzielt wird, nicht die Nachteile für den Stadtteil auf. „Eins wird immer deutlicher“, fasst Frommann die Stimmung der Anwesenden zusammen „ im Jahr eins nach der IBA beginnt der SPD-Senat mit seiner Politik für Wilhelmsburg, mit der er in den 1990er Jahren endete!“
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2 Kommentare
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Karl Eisenbeiss aus Wilhelmsburg | 07.11.2014 | 15:04  
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Jörn Frommann aus Wilhelmsburg | 14.11.2014 | 12:34  
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