Geschafft! Einige haben durchgehalten

Die „Möwe“ präsentiert ein Weihnachtsprogramm mit ausgewählter Kunst, mit Blumen schick dekoriert. Foto: pr

Erfolgreiche Bilanz der popup-Lädenfestivals –
Interview mit Kerstin Schaefer

Von Ende August bis Anfang Oktober wurde beim popup-Lädenfestival versucht, verwaisten Ladenflächen im Reiherstiegviertel neues Leben einzuhauchen. 13 Läden hatten fünf Wochen Zeit, um die Herzen der Kundschaft zu erobern. Viele Geschäfte sind wieder verschwunden, aber einige haben durchgehalten. War das Lädenfestival ein Erfolg? Ein Interview mit Organisatorin Kerstin Schaefer (Hirn und Wanst GmbH).

Das mehrwöchige popup-Lädenfestival im Reiherstiegviertel ist beendet. Welche Resonanz gab es von beteiligten Kreativen und Vermietern?
Die Resonanz war sehr positiv! Aber die bemerkenswer-
teste Leistung ist wahrscheinlich, dass alle LadenbetreiberInnen von Anfang bis Ende durchgehalten haben – trotz Job, Kindern, Studium…Die meisten haben ihren Laden ja noch nebenbei gewuppt! Davor haben wir den größten Respekt. Mit allen Mietern und Vermietern sind wir auch noch in Kontakt, lassen die Festivalzeit Revue passieren und schauen, was jetzt noch alles kommen kann.

Gab es Pannen? Was lief
weniger gut?
Die Pannen und Schwierigkeiten, mit denen wir zu kämpfen hatten, wurden von all den hilfsbereiten Nachbarn und Unterstützern schnell aufgelöst: Als sich zum Beispiel im Slow Fashion Room die pinke Klebefolie des ehemaligen Sonnenstudios einfach nicht von der Fensterscheibe lösen wollte, brachte sofort ein Nachbar seinen professionellen Heißluftfön vorbei. Mit solcher Unterstützung aus dem Viertel konnte kaum etwas schiefgehen!

Welche Veranstaltung,
welcher popup-Laden hat beim Publikum am meisten
überzeugt?
Als Mitorganisatorin des Fes- tivals liegen mir natürlich alle Veranstaltungen und Läden am Herzen! Alle haben so viel Liebenswertes auf die Beine gestellt. Aber besonders begeistert berichteten die Besucher immer von den tollen Gesprächen über Wilhelmsburg mit Murat von Bunker 93, von der irren Inszenierungsleistung von Esther in ihrer Pflanzen-Möwe und von den vielen coolen Ideen der IDYL-Macherinnen. Am meis- ten gefreut hat mich, dass durch die Tressensport-Veranstaltungen insgesamt mehr als 1.000 Euro für gemeinnützige Zwecke wie „Die Insel hilft“ gespendet wurden.

Ist eine Wiederholung des popup-Lädenfestivals vorgesehen? Auch in anderen Wilhelmsburger Quartieren?
Wer weiß?! Eine Wiederholung des Festivals war und ist aber bisher nicht geplant. Wir wollten ja eigentlich nur ausprobieren, wie die Veringstraße aussehen könnte, wenn es mehr individuelle Läden von Menschen aus Wilhelmsburg und Umgebung gäbe – und das ist uns gelungen... Aber die Idee von
popup-Shops ist zum Glück
weder neu, noch gehört sie uns. Von mir aus können sich also sehr gerne in Blankenese, Billstedt oder in Kirchdorf
Menschen zusammentun und ihre Ladenlandschaft etwas auffrischen!

Was hat das Lädenfestival insgesamt gekostet? Wer hat gezahlt?
Vor allem hat das Festival literweise Schweiß und haufenweise Nerven gekostet! Die Fördergelder kamen von der Bezirksversammlung Mitte (14.000 Euro) und vom Verfügungsfond zur Geschäftsstraßenentwicklung nördliche Veringstraße (1.050 Euro).

Diese popup-Läden gibt’s noch
Nurcan Solaks „La Boutique“ in der Veringstraße 65 und die „Möwe“ (Kunst, Blumen, Pflanzen), Veringstraße 36.
Seiffert De Sign wird das
erste fertiggebaute Ufo im Sommer zusammen mit der Inselpension vorstellen. „Der Comicbus ist weiterhin jeden ersten Sonntag im Monat beim FlohZinn zu Gast und auch das Pilzlabor von Jens Block wird es hoffentlich in welcher Form auch immer weiterhin geben“, so Kerstin Schaefer. „Dass so viel zu-rü̈ckgeblieben ist, ist sicher ein Erfolg, denn Wilhelmsburg kann sehr gut den ein oder anderen neuen Laden
vertragen – wenn‘s zum Viertel passt.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.