Geldregen für die „Klorolle“

Die Kirchenfassade aus Beton ist marode, auch das Dach ist in einem schlechten Zustand.

Bund schießt 400.000 Euro zur Sanierung der Maximilian-Kolbe-Kirche dazu

Mit seiner Ankündigung im Februar, die Kirche St. Maximilian Kolbe abreißen zu wollen, löste das Erzbistum eine Protestwelle aus. Viele Wilhelmsburger wollen ihre „Klorolle“, so wird der Bau mit der ungewöhnlichen spiralförmigen Architektur im Stadtteil genannt, behalten. Doch wer soll die Kosten für die nötige Sanierung tragen? Das Erzbistum könne das nötige Geld nicht aufbringen, hieß es. Jetzt will der Bund 400.000 Euro dazu schießen.
Das Wilhelmsburger Wahrzeichen ist eines von bundesweit 156 Denkmalschutzprojekten, die gefördert werden sollen. Dafür hatte sich der Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs (SPD) auf Druck seiner Wilhelmsburger Parteifreunde stark gemacht. „Es ist ein wichtiges Projekt für die Identität Wilhelmsburgs“, sagt Kahrs.
Doch reicht das Geld für die Sanierung? „Die zugesagten Bundesmittel sind ein sehr wichtiger Baustein für eine eventuelle Sanierung der Kirche“, sagt Manfred Nielen, Sprecher des Erzbistums. Nach einem aktuellen Gutachten, das das Erzbistum gemeinsam mit der Behörde für Denkmalschutz in Auftrag gegeben hat, sind jedoch etwa 900.000 Euro nötig, um die Außenwände und das Dach des Sakralbaus wieder herzurichten.
Die Zukunft der Kirche bleibt ungewiss. Seit Mai sucht das Erzbistum gemeinsam mit der Behörde für Denkmalschutz einen Weg, sie zu erhalten. Auch interessierte Bürger durften sich beteiligen und Vorschläge für eine mögliche Nutzung machen. Zum aktuellen Stand der laufenden Gespräche, will sich das Denkmalschutzamt nicht äußern. Man sei aber auf einem guten Weg, heißt es aus der Behörde auf Nachfrage.
Als Folge der Proteste hatte das Erzbistum im Mai beschlossen, den beim Bezirksamt Mitte gestellten Abrissantrag bis auf Weiteres ruhen zu lassen. Ursprünglich sollte der marode Kirchenbau Platz machen für eine dringend benötigte Erweiterung des angrenzenden katholischen Altenheims, das zwischenzeitlich die Malteser übernommen haben. „Der neue Träger des Alten- und Pflegeheims prüft gegenüber den ursprünglichen Planungen Alternativen, ob das Kirchengebäude in die Nutzung einbezogen werden kann“, sagt Nielen.


Info: Maximilian Kolbe Kirche
Die römisch-katholische Kirche St. Maximilian Kolbe ist eine Filialkirche. Sie gehört zur St. Bonifatius-Gemeinde, die ihren Sitz etwa 2,5 Kilometer entfernt in der Bonifatiusstraße hat. Der Sakralbau in der Krieterstraße wurde 1973 nach Plänen des Architekten Jo Filke aus Bremerhaven gebaut und 1974 geweiht. Mit ihrer ungewöhnlichen, ausdrucksstarken Spiralform und der gezielten Verwendung von Sichtbeton ist die Kirche ein charakteris-tisches Beispiel für den Kirchenbau der 1970er Jahre und wurde unter Denkmalschutz gestellt.
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1 Kommentar
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Jörn Frommann aus Wilhelmsburg | 21.11.2014 | 09:44  
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