Friedhof verloddert

Margot Möller versinkt fast im hohen Gras. „Auf dem Friedhof wurde seit Wochen nicht gemäht“, ärgert sie sich.

Personalmangel am Finkenriek: Drei Mitarbeiter für 25 Hektar – viel zu wenig!

Der Rotstift der Stadt macht auch vor der Totenruhe nicht halt: Auf dem städtischen Friedhof Finkenriek wuchert das Gras zwischen den Gräbern, die Wege sind nicht gefegt, zwischen Pflastersteinen wächst Moos, und neben der Kapelle warten etliche vertrocknete Kränze darauf, endlich weggeräumt zu werden. „Das ist wirklich eine Zumutung“, ärgert sich Margot Möller.
Die Georgswerderin kennt den Friedhof schon aus den 70er Jahren, in letzter Zeit ist sie ein- bis zweimal pro Woche in der Anlage. „So schlimm hat es hier noch nie ausgesehen“, sagt sie. In den vergangenen vier Wochen sei nicht einmal der Rasen gemäht worden. „Ältere Besucher könnten stürzen, da man die Unebenheiten im Boden gar nicht mehr erkennen kann“, so Möller. Bei der Verwaltung habe sie sich auch schon beschwert, erzählt sie. Man habe zu wenig Personal, wurde ihr lapidar mitgeteilt. Die Antwort wurmt sie: „Hier wird gespart, und anderswo werden unsere Steuergelder zum Fenster rausgeschmissen“, kritisiert Möller im Hinblick auf die internationale Gartenschau oder gar die Elbphilharmonie.
Zuständig für die beiden städtischen Friedhöfe Finkenriek und Amtshof ist das Bezirksamt Mitte. Besteht Personalnotstand? Behördensprecher Norman Cordes räumt ein: „Die Personal-decke ist knapp ausreichend.“ Für die insgesamt 25 Hektar große Anlage sind vier Mitarbeiter zuständig, von denen einer langzeiterkrankt ist. Zum Vergleich: 2010 waren es noch sechs Mitarbeiter, und auch damals wurde schon über Personalmangel geklagt. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, haben die Angestellten Hunderte von Überstunden angehäuft.
Aktuell müssen die Arbeiten von drei Angestellten erledigt werden. Fällt dann noch einer aus oder ist im Urlaub, wird es eng. Wie jetzt geschehen: Beim Rasenmähen sei man wegen der vielen Feiertage und wegen Krankheitsausfällen zurzeit im Rückstand. „Das wird nun abgearbeitet“, versichert Cordes.
Bessern wird sich die Lage in naher Zukunft wohl nicht: „Neueinstellungen sind auf Grund der Konsolidierungsmaßnahmen im gesamten öffentlichen Bereich kaum zu realisieren“, erklärt der Bezirksamtssprecher.
„Dann bringe ich demnächst wohl meinen Rasenmäher mit“, so Margot Möller kopfschüttelnd.
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2 Kommentare
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Wilhelmsburgerin Hamburg aus Wilhelmsburg | 22.05.2013 | 19:29  
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Rudolf Lessing aus Wilhelmsburg | 23.05.2013 | 09:16  
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