Friedhöfe bleiben doch geöffnet

Nach Jörn Kempinskis (Bestattungen Lehmann) Beschwerde, ist das Bezirkamt Hamburg-Mitte von seinen Plänen abgerückt, die Elbinsel-Friedhöfe am Ende des Jahres vorübergehend zu schließen. (Foto: Christopher von Savigny)

Geplante Schließung vom Tisch – Bezirksamt Mitte rudert nach Beschwerden eines Wilhelmsburger Bestatters zurück

Die beiden Elbinsel-Friedhöfe Finkenriek und Amtshof werden nun doch nicht zwischen dem 23. Dezember und 3. Januar geschlossen. Im September hatte das Bezirksamt Hamburg-Mitte die örtlichen Bestatter noch schriftlich über die geplante Schließung in Kenntnis gesetzt (das Wochenblatt berichtete). Bestatter Jörn Kempinski schlug daraufhin Alarm. „Im schlimmsten Fall müssen die Angehörigen drei Wochen auf die Beisetzung warten. Das kann man ihnen nicht zumuten“, protestierte er. Jetzt rudert der Bezirk zurück. „Es wird keine Schließung geben. Wir reagieren damit auf die Beschwerde eines Bestatters“, teilt Sorina Weiland vom Bezirksamt mit.
Unterstützung bekam Kempinski von der Bezirksabgeordneten Anke Kewitz (SPD), die sich direkt an den Bezirksamtsleiter gewandt hatte. Der zeigte sich einsichtig. Der Friedhof wird nun lediglich wie üblich am ersten und zweiten Weih-nachtstag geschlossen bleiben. „Ab dem 27. Dezember können wieder Beisetzungen erfolgen“, sagt Kewitz zufrieden.
Ein grundsätzliches Problem bleibt jedoch weiter ungelöst: Als Folge von Sparmaßnahmen haben sind die beiden Friedhöfe notorisch unterbesetzt. Zurzeit sind hier nur drei Mitarbeiter im Einsatz, ein weiterer ist langzeiterkrankt. Während der Schließung am Jahresende sollten sie Überstunden abbauen. „Eine Schließung zu einer anderen Zeit ist nach jetzigem Stand nicht geplant. Damit ist ungewiss, wie und wann der Überstundenabbau erfolgen wird“, sagt Weiland.
Die dünne Personaldecke wirkt sich seit Jahren negativ auf den Friedhof aus. „Der ganze Friedhof ist in einem sehr ungeflegten Zustand“, sagt Jörn Kempinski. Dabei zahlen Angehörige pro Beisetzung schon anteilig die Pflege der Gemeinsschaftsflächen mit. Die wurden früher von mehr als doppelt so vielen Mitarbeitern gepflegt, so der Bestatter.
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