Freundin mit HIV angesteckt

Christine M. (32) berichtete hinter verschlossenen Türen von der fatalen Liebesnacht im April 2010. Foto: pit

Infektion verschwiegen: 37-Jähriger kommt mit Bewährungsstrafe davon

Aus lauter Verliebtheit vergaß Christine M. (32) jede Vorsicht: Am 10. April 2010 ging die zierliche Blondine mit einem hübschen Mann ins Bett, ohne ein Kondom zu benutzen. Die Liebesnacht mit Germain M. (37) hat sie wohl schon tausendfach bereut, denn der dunkelhäutige Beau steckte sie mit einem tödlichen Virus an. Weil er ihr damals seine HIV-Infektion verschwiegen hatte, verurteilte ihn das Harburger Amtsgericht jetzt zu einer Bewährungsstrafe.
Drei Wochen nach dem ungeschützten Liebesakt bemerkte die allein erziehende Mutter typische Symptome einer HIV-Infektion: Fieber, Müdigkeit und Hautausschlag. Erschrocken ging sie zum Arzt, ließ sich tes-ten. Der Befund: positiv. Noch immer habe Germain M. über seine Erkrankung geschwiegen, erzählt sie – und schweigt bis heute. Auch vor Gericht will der 37-Jährige nichts sagen.
Ein Mikrobiologe, der das Blut beider Infizierten untersucht hat, kann ebenfalls nicht weiterhelfen. „Es ist nicht nachweisbar, ob es sich um den gleichen Virenstamm handelt“, sagt Dr. Thomas R. im Zeugenstand. Der Richter ist deshalb allein auf die Aussage des Opfers angewiesen. Hinter verschlossenen Türen schildert Christine M. dem Gericht, was in der Nacht vor zwei Jahren passierte – offenbar überzeugend, denn Germain M. wird anschließend wegen gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen. „Es war zwar nicht Ihre Absicht, ihre damalige Freundin anzustecken“, so der Richter zum Angeklagten. „Aber Sie haben es billigend in Kauf genommen.“ Die Strafe von einem Jahr und acht Monaten wird zur Bewährung ausgesetzt.
Christine M.s Strafe für ihren leichtsinnigen Liebesrausch kommt sie teurer zu stehen: Das Virus wird sie lebenslänglich im Körper tragen – und damit die ständige Todesangst, dass die Krankheit AIDS ausbrechen könnte. „Viele Freunde und Verwandte haben sich nach der Diagnose von mir abgewandt“, berichtet sie bedrückt.
Unglaublich, aber wahr: Germain M. stand 2009 in einem ähnlichen Fall selbst vor Gericht. Damals war er das Opfer: Seine Geliebte hatte ihm ihre HIV-Infektion verschwiegen und ihn angesteckt. Auch sie wurde verurteilt!
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1 Kommentar
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harras von Heilsperg aus Wilhelmsburg | 18.04.2012 | 22:31  
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