Freihafen ist Geschichte

In den nächsten Wochen, spätestens aber zum Beginn des Präsentationsjahres der Internationalen Bauausstellung (IBA), soll die Umzäunung rund um den Spreehafen komplett verschwinden.

Seit 1. Januar 2013: Zollstationen und Zollzaun nicht mehr nötig

Seit dem 1. Januar 2013 hat Hamburg – nach fast 125 Jahren – keinen Freihafen mehr. Damit sind die acht Zollstationen ebenso überflüssig geworden wie der 17,5 Kilometer lange Zollzaun, der sich von der Veddel bis nach Wilhelmsburg erstreckt. Zollbeamte, die die Ladung eines Lastwagens kontrollieren – und machmal auch ahnungslose Touristen – gehören der Vergangenheit an.
Der Hafen Hamburg ist jetzt ein Seezollhafen. Alle in der alten Freihafenzone angesiedelten Unternehmen arbeiten künftig nach den Seezollhafenbestimmungen. Der Vorteil: Weniger Staus, vor allem am Grenzübergang Waltershof und auf der Köhlbrandbrücke, da die Kontrolle von rund einer Million Lkw-Leerfahrten pro Jahr wegfällt. Ein weiterer Vorteil: Hamburg erlangt die volle Planungs- und Gestaltungshoheit über den Hafen zurück, immerhin gut 7.000 Hektar Fläche. Beantragungen und Genehmigungen nach dem Zollverwaltungsgesetz sind nicht mehr erforderlich. Das heißt im Klartext: Hier können jetzt ganz neue Stadtteile mit Wohnungen, Geschäften und Bürobauten entstehen.
Kontrolliert wird natürlich auch weiterhin, allerdings nicht im Hafen, sondern direkt auf den Frachtern. Die Zöllner werden in Bussen und Pkws unterwegs sein, rund 50 rollender Zollstationen sollen angeschafft werden. Beim Hauptzollamt Hafen (HZA) laufen künftig alle Fäden zusammen.
Für die im Dezember 2009 getroffene Entscheidung des Senats waren mehrere Gründe maßgeblich: Einfuhrzölle spielen heute nach mehreren globalen Freihandelsrunden anders als bei Einweihung des Freihafens am 29. Oktober 1888 keine so große Rolle mehr. Außerdem ist eine Sonderzone nach EU-Regeln nicht mehr nötig. Firmen können bei Bedarf so genannte Zolllager überall einrichten.
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