Frei Parken ist nicht mehr

Bernd Heyland gibt bei Problemen an den neuen Schranken Hilfestellung. „Die Kunden nehmens gelassen, die Nutzer der P+R-Parkplätze sind genervt“, sagt er.

Wegen igs-Besuchern: Luna Center nimmt Schranken in Betrieb – P+R-Nutzer empört

Seit vergangener Woche werden Autofahrer im Parkhaus des Luna Centers zur Kasse gebeten. Die erste Stunde ist Parken für alle gratis, die zweite Stunde nur noch für Marktkauf-Kunden mit abgestempeltem Ticket, alle anderen zahlen einen Euro. Danach wirds für alle teurer: Die dritte Stunde kostet zwei Euro, jede weitere Stunde drei Euro. Die neuen Parkgebühren sorgen für Empörung.
„Das ist doch Abzocke!“, regt sich Rudolf Drews auf. Der Wilhelmsburger sieht nicht ein, plötzlich fürs Parken zahlen zu müssen. „Ich bin da schon ewig Kunde, was soll das?“ Auch Marion Wrede ist sauer. Die Moorwerderanerin nutzt seit Jahren die Park+Ride-Stellflächen im Parkhaus. Die sind zwar weiterhin kostenlos, aber nun viel voller als vorher. „Früher konnte man auf die anderen Parkflächen ausweichen, das geht jetzt nicht mehr“, sagt sie. Wer zu spät kommt, muss zahlen – oder woanders parken.
Wie kommen die neuen Parkgebühren vor Ort an? Bernd Heyland, der bei Problemen an der Schranke hilft, sagt: „Die meisten Kunden nehmens gelassen.“ Zwei Stunden Gratis-Parken würden den meisten zum Einkaufen reichen. Weniger erfreut seien dagegen die Nutzer des Park+Ride-Platzes. „Um 8 Uhr ist hier alles vollgeparkt“, hat Heyland beobachtet. „Und die Lage wird sich verschlimmern, wenn erst die Gartenschau-Besucher anrücken!“
Das befürchtet auch die Verwaltung des Luna Centers. „Wir haben die Schranken nicht in Betrieb genommen, um unsere Kunden zu vergraulen, sondern um sie vor dem zu erwartenden Ansturm der igs-Besucher zu schützen“, stellt Karin Jannsen klar. „Wir wollen vermeiden, dass die alles zuparken!“
Michael Weinreich, SPD-Bezirksabgeordneter, hält die Inbetriebnahme der Schranken „für puren Aktionismus“. Die rund 160 P+R-Plätze seien ohnehin knapp gewesen, durch die Baustelle an der S-Bahn seien weitere 30 Stellflächen weggefallen. Die Schranken würden nun ein Ausweichen auf die Kundenparkplätze verhindern. Weinreich: „Das ist ein künstlich geschaffenes Problem!“
Die Gartenschau sieht sich mit über 3.000 Parkplätzen an Dratelnstraße und Reiherstiegknie auf der sicheren Seite. Angesichts der erwarteten 20.000 Besucher pro Tag bleibt allerdings zu hoffen, dass die meis-ten Gäste mit Bus, Bahn und Fahrrad anreisen!

SPD-Forderung:
In einem Antrag fordert die Wilhelmsburger SPD, dass der Betreiber des Luna Centers seine Parkplätze weiterhin kostenlos zur Verfügung stellt. Darüberhinaus sollten Behördenvertreter und HVV am Runden Tisch gemeinsam ein Konzept erarbeiten, das eine ausreichende Anzahl an P+R-Plätzen garantiert.
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1 Kommentar
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Angela Jordan aus Wilhelmsburg | 08.05.2013 | 22:26  
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