Filmen verboten!

Ronald Wilken (Linke) hat selbst einen Kleingarten: „Für mich ist das eine Unverfrorenheit“, sagt er. (Foto: cvs)

Gartenschau-Gelände in Wilhelmsburg: Besucher wird abgewiesen, weil er eine Kamera dabei hatte

von Christopher v. Savigny

Seit Ostern ist das gesamte Gelände der Internationalen Gartenschau (igs) umzäunt – und das soll bis zum Ende der Schau im Oktober 2013 so bleiben. Lediglich zwei Eingänge für Arbeiter und Baufahrzeuge werden offen gehalten: der eine beim igs-Hauptgebäude an der Neuenfelder Straße, der zweite an der Kornweide. Für Spaziergänger und Radler ist an diesen Stellen Schluss – Kleingärtner hingegen, deren Parzellen auf dem igs-Gebiet liegen, dürfen gegen Vorlage eines Ausweises passieren. Auch deren Besucher dürfen hinein – so ist es zumindest vorgesehen.
Denn so ganz scheint es mit der Einlasskontrolle noch nicht zu klappen: „Ich war zu einer Geburtstagsfeier eingeladen, wollte dort filmen“, berichtet Markus M.* „Aber mit der Kamera haben sie mich nicht reingelassen.“ Das ärgert auch Ronald Wilken (Linke), Mitglied im Verkehrsausschuss Hamburg-Mitte: „Die Kleingärtner mussten schon genug Unannehmlichkeiten durch die igs hinnehmen“, sagt er. „Dass nun einem Gast der Besuch zum Kleingarten verwehrt wurde, nur weil er eine Kamera dabei hatte, ist für mich eine Unverfrorenheit!“ Die Linke hat in dieser Angelegenheit eine Anfrage in der Bürgerschaft gestartet. Die Antwort der Behörde: Das Wachpersonal sei lediglich angewiesen worden, auf die Veröffentlichungsrechte für Film- und Fotoaufnahmen hinzuweisen. Sprich: Filmen und Fotografieren ist zwar verboten – das bloße Durchgehen mit Kamera aber nicht.
Igs-Sprecher Michael Langenstein sieht die Sache daher relativ undramatisch: „In diesem Fall hätte der Besucher nur unterschreiben müssen, dass er das Gartenschaugelände nicht filmen will. Das hat er verweigert, also mussten wir ihn wieder wegschicken.“
Auch der eine oder andere Kleingärtner hat schon Scherereien mit dem Sicherheitsdienst gehabt. „Man hat manchmal dem Eindruck, die Leute sind nicht richtig informiert“, sagt Christian Albrecht, Vorsitzender des Vereins Am Bracksee. Dabei handle es sich wohl um Anfangsschwierigkeiten. „Ich habe schon bei der igs Bescheid gegeben.“
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