Filme über das Schicksal türkischer Arbeiterinnen

In „Shirins Hochzeit“ macht sich eine 20-jährige Türkin in Köln auf die Suche nach ihrem Verlobten und wird Opfer eines Zuhälters. (Foto: pr)

Insel-Lichtspiele zeigen Raritäten auf 16 Millimeter in der Honigfabrik

Diese Filme geben auf ganz unterschiedliche Weise Einblicke in das Leben türkischer Einwanderinnen in Deutschland: Zum internationalen Frauentag zeigt das Wanderkino Elbinsel-Lichtspiele den Dokumentarfilm „Ekmek Parasi“ und den Spielfilm „Shirins Hochzeit“ in der Honigfabrik (Termine siehe Infokasten). Die beiden Film-Raritäten werden mit einem 16 Millimeter Projektor vorgeführt.
„Ekmek Parasi – Geld für’s Brot“ zeigt den Alltag von Arbeiterinnen am Fließband in einer Lübecker Fischfabrik. Dort arbeiten türkische Frauen – oft noch aus der ersten Einwanderer-Generationen – gemeinsam mit Frauen aus Mecklenburg, die nach der Wende vor der Arbeitslosigkeit flohen. Trotz der eintönigen und harten Arbeit wirken die Frauen nicht bedrückt, auch wenn sie sich ihr Leben einst anders vorgestellt haben. Regisseurin Serap Berrakkarasu spricht mit ihnen auf deutsch und türkisch, die Dialoge sind direkt und spontan, wodurch der Film an Authentizität gewinnt. Der 100-Minüter wurde 1994 in der Tradition des „direct cinema“ gedreht. Diese Form des Dokumentarfilms hat ihre Wurzeln im Nordamerika der 50er Jahre und zeichnet sich durch die Nähe zu den Protagonisten aus, die vor allem durch die damals neuen, tragbaren 16-Millimeter-Kameras möglich wurde. Kamerafrau und Co-Regisseurin Gisela Tuchtenhagen wird bei der Vorführung in der Hofa dabei sein.
Der zweite Film, „Shirins Hochzeit“, erzählt die tragische Geschichte einer jungen Türkin, die vor ihrer Familie aus Anatolien nach Köln flüchtet und dort in die Fänge eines Zuhälters gelangt. Gedreht wurde der Film 1975 von Helma Sanders, einer vielfach ausgezeichneten deutschen Regisseurin, die im vergangenen Jahr verstorben ist.

Insel-Lichtspiele

Termine:
Ekmek Parisi: Sonnabend, 7. März, 18 Uhr
Shirins Hochzeit: Sonntag, 8. März, 18 Uhr
Ort: Honigfabrik, Industriestraße 125-131
Eintritt: fünf Euro, ermäßigt drei
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