„Filme gucken geht gar nicht“

Unterversorgtes Moorwerder: Laut Statistikamt leben im südöstlichen Teil der Elbinsel lediglich 740 Personen – das sind 1,4 Prozent der Gesamteinwohnerzahl Wilhelmsburgs. Foto: cvs

Nur langsames Internet in Moorwerder –
kommen jetzt Breitbandkabel?

Von Ch. v. Savigny.
Es funktioniert am Besten zu speziellen Tageszeiten: „Wenn ich zum Beispiel Online-Banking mache, dann gehe ich entweder frühmorgens oder spätabends an den Computer“, sagt Anja Heucke, Mitinhaberin der Gärtnerei Heucke am Moorwerder Hauptdeich.
Das Problem: Als einer von wenigen Stadtteilen Hamburgs ist Moorwerder noch nicht an das Breitband-Kabelnetz angeschlossen. Anwohner wie die Familie Heucke behelfen sich daher meist mit einer Funkverbindung. Die Stabilität lässt allerdings zu wünschen übrig, langsame Geschwindigkeit und ein begrenztes Datenvolumen tun ihr übriges. „Eine Flatrate bekommen wir hier nicht“, berichtet Heucke weiter. „Unser Sohn bereitet sich gerade aufs Abi vor – da ist das Limit immer ganz schnell aufgebraucht. Und Filme können wir auf keinen Fall online angucken!“

Gutachten in
Auftrag gegeben

Doch es gibt gute Neuigkeiten: Im Rahmen eines bundesweiten Programms für den Ausbau der Breitbandnetze hat die Bundesregierung der Stadt Hamburg insgesamt 16 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Auch Moorwerder soll davon profitieren. Zwecks Vorbereitung hatte der Senat Anfang des Jahres ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die unterversorgten Gebiete dokumentieren soll.
Anschließend kann die Verlegung der Breitbandkabel im Prinzip beginnen. „Es ist noch nicht ganz klar, welche Priorität Moorwerder in dem externen Gutachten zugesprochen wird“, sagt der Wilhelmsburger Bürgerschaftsabgeordnete Michael Weinreich (SPD). „Da geht es um Bevölkerungsdichte, vorhandene Mittel und die zu investierenden Mittel. Dass Moorwerder aber definitiv zu den Gebieten gehören wird, in denen das Netz ausgebaut wird, ist sicher.“
Laut Breitbandatlas der Bundesregierung sind 90 Prozent der Hamburger Haushalte mit schnellen Internetanschlüssen von mehr als 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ausgestattet. In der Praxis ist dieser Wert jedoch oft eine Theorie, da zwischen dem Glasfaserkabel an der Straße und dem Hausanschluss noch etliche Meter überbrückt werden müssen – im Regelfall durch (langsames) Kupferkabel. Als Standard gilt heutzutage eine Downloadgeschwindigkeit von 16 Mbit/s.
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