Festival wird zu groß

Vor allem für junge Bands von der Elbinsel bietet das Festival die Möglichkeit, an besonderen Orten zu spielen Foto: Jan Linnemann

48h Wilhelmsburg: Planer denken um - Spielorte und
Auftritte werden begrenzt - Vorauswahl für Musiker

Von Rachel Wahba.
In diesem Sommer geht das Festival 48h Wilhelmsburg zum sechsten Mal an den Start. Vom 12. bis zum 14. Juni erleben Besucher Musik aller Genres von der Elbinsel an verschiedenen Orten in Wilhelmsburg. Das Projekt 48h Wilhelmsburg, in dem sich die Menschen aus dem Stadtteil vor, hinter und auf der Bühne treffen, ist inzwischen zur festen Größe geworden. Die Wilhelmsburger Musiker spielen an diesem Wochen-ende an jedem denkbaren Ort. Auf Balkonen oder im Schrebergarten: Jeder kann Musik machen. Jedes Jahr steigen die Besucherzahlen um rund 30 Prozent.
Jedes Jahr muss viel Geld eingeworben werden
Diese Offenheit allerdings ist jetzt an ihre Grenzen gestoßen. „Wir sind mal mit 39 Acts an 26 Orten gestartet. Im vergangenen Jahr waren wir bei 156 Acts an 81 Orten. Damit stoßen wir nicht nur an die Grenzen unserer Projektstruktur, sondern wir befürchten auch, dass mit der Masse und dem ungesteuerten Wachstum Charme und Atmos-phäre unseres Festivals verloren gehen“, sagt Katja Scheer, Projektleiterin von 48h Wilhelmsburg.
Die Kapazitäten, so die Projektleiterin, seien erschöpft. Scheer, die gemeinsam mit einem Kollegen in ihrem Büro im Wilhelmsburger Bürgerhaus sitzt – die Stiftung Bürgerhaus Wilhelmsburg ist Trägerin des Stadtteilprojekts – führt aber auch finanzielle Gründe für das Umdenken in Sachen Festival-Planung an.
Auswahlverfahren
für Musiker
48h Wilhelmsburg habe, sagt sie, inzwischen einen Gesamtetat von rund 180.000 Euro erreicht. Darin enthalten sind zum einen die Honorarmittel. Zum anderen müssen das Marketing, die Gema Gebühren, eine Veranstalter-Versicherung, die Sicherheit während des Fes-tivals und der technische Support für alle Musiker finanziert werden.
„Wir sind also in jedem Jahr aufs Neue darauf angewiesen, dass Sponsoren uns unterstützen, was auch viele lokale Unternehmen tun“, sagt Katja Scheer. Allerdings muss dieses Geld auch jedes Jahr wieder eingeworben werden.
Akteure von 48h Wilhelmsburg haben nun entschieden, dass für das kommende Festival auf der Elbinsel Spielorte und Auftritte limitiert werden sollen. Die Musiker nehmen an einem Auswahlverfahren teil. Klar ist: 48h Wilhelmsburg soll ein Festival der Nachbarschaft bleiben und die Menschen von der Elbinsel zueinander bringen.
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