Fehlstart in den Urlaub

Immer zu spät abgeholt: Christa Peters kann sich nie sicher sein, ob sie rechtzeitig zum Urlaubstreffpunkt kommt. Foto: andreas tsilis

Bei Christa Peters (80) kommt das bestellte Taxi regelmäßig zu spät

Andreas Tsilis.
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Christa Peters (80) hat eine Menge zu berichten. Seit vier Jahren unternimmt die Wilhelmsburgerin zusammen mit ihrer Freundin Renate Zell (74) regelmäßig Bustouren. Polen, Holland, Ungarn, Binz: Die reiselustigen Damen haben etwas von der Welt gesehen.
Los geht es jedes Mal am alten Harburger Bahnhof und jedes Mal befürchtet Peters, dass der von dort startende Bus ohne sie abfährt. „Unser Taxi, das uns dahinbringen soll, kommt immer zu spät“, klagt Peters. Statt wie bestellt um 5.30 Uhr kämen die Fahrer erst kurz vor 6 Uhr - nur wenige Minuten vor Abfahrtbeginn in Harburg. „Das ist dann Stress pur“, stöhnt Peters.

Alles nur ein
dummer Zufall?

Auch die Busfahrer reagierten genervt. Einmal habe einer ihre Koffer aus dem Taxi gerissen, sagt Peters, „da hatte der Taxifahrer Angst um sein Auto.“
Liebend gern würde sie fürs Reisen auf Taxi-Zubringerdiens-te verzichten. Aber seitdem sie auf den Rollator angewiesen ist, geht das nicht ohne weiteres. Zudem ist bei vielen ihrer Urlaubsfahrten die Taxiabholung inbegriffen. Abgerechnet wird dieser Service mittels „Taxischein“ zwischen Funk-Taxi Harburg und dem Reiseunternehmen.
Normalerweise ist das für Reisende eine feine und problemlose Sache: Man macht drei Tage vor Reiseantritt bei der Taxizent-rale Angaben zur Zahl der Gepäckstücken, zu Mitfahrern und Abholwunsch, und der Urlaub kann kommen. Warum das bei Peters und Zell dennoch nicht so richtig hinhaut, weiß niemand so genau.
Clemens Grün, Sprecher des Hamburger Taxenverbandes, beschreibt Fälle, in denen die Taxi-Disposition dafür verantwortlich sein kann. Sind möglicherweise Harburgs Taxifahrern die Abholtermine von Christa Peters regelmäßig verspätet übermittelt worden? Ralf Machalitza, Geschäftsführer bei Funk-Taxi Harburg, will sich gegenüber dem Wochenblatt nicht zur Sache äußern. „Dass ist eine Angelegenheit zwischen uns und dem Reiseunternehmen.“ Für Kröger-Reisen ist es „dummer Zufall, dass es immer die beiden Wilhelmsburgerinnen trifft.“ „Die Zusammenarbeit mit Funk-Taxi Harburg läuft seit Jahren reibungslos“, sagt Kröger- Mitarbeiterin Andrea Fitschen.
Am 2.Mai macht Christa Peters ihre nächste Reise. Es geht nach Polen, wieder mit Kröger Reisen - und wieder mit einem Taxenschein. Die 80-Jährige ist bereits jetzt gespannt, was sie wohl am Abholtag erwartet.
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