Das mit gelber Farbe besudelte IBA-Dock im Müggenburger Zollhafen.
Unbekannte beschmierten IBA-Dock und störten igs-Barkassefahrt
Mit Farbbeuteln und Essigbomben haben Unbekannte ihren Unmut gegenüber den beiden Großveranstaltungen internationale Bauausstellung (IBA) und Gartenschau (igs) geäußert: Das IBA-Dock wurde in der Nacht zu Mittwoch mit gelber Farbe beschmuddelt, und eine Vorzeige-Barkassenfahrt der igs mit Umweltsenatorin Jutta Blankau endete im sauren Regen. Zunächst hatten bunt verkleidete Schwimmer und kreuzende Ruderboote den Barkassenführer gezwungen, die Geschwindigkeit zu drosseln. Am Ufer zeigten Transparente, um was es den Protstlern ging: „IBA & igs versenken!“ Man wollte darauf aufmerksam machen, „dass die IBA und die igs für die allermeisten hier in Wilhelmsburg und Veddel lebenden Menschen alles andere als ein Grund zum feiern ist“, erklärten die Protestler in einem anonymen Bekennerschreiben. Die igs-Bootstour sei der Anlass gewesen, um gegen die Verdrängung einkommensschwacher Schichten – bedingt durch die Aufwertung der Stadtteile durch igs und IBA – zu demonstrieren. Man habe zwar nichts gegen Aufwertung, wohl aber gegen steigende Mieten und einseitige „Durchmischung“ der Bewohnerschaft. Dies sei im nördlichen Reiherstiegsviertel mit seinem begehrten Altbaubestand zu beobachten. „Durch Mieterhöhung und Sanierung wird die Bevölkerungsstruktur hier (systematisch) ausgetauscht“, heißt es in dem Schreiben mit Absender allcolours@riseup.net. Später landeten dann noch mit Essig gefüllte Gassibeutel an Deck, was einige Mitfahrer gar nicht mehr witzig fanden. „Vor allem, weil von den Demonstranten niemand von den Elbinseln kommt, sondern aus der Altonaer Aktivistenszene“, ärgerte sich eine Wilhelmsburgerin. Der guten Laune an Bord habe die Protestaktion nichts anhaben können. „Die Stimmung war bestens“, betont igs-Sprecher Michael Langenstein. Die IBA hat inzwischen Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Laut Polizeiangaben war es nicht der erste Farbbeutelanschlag. „Wir untersuchen gerade, ob wir über den Absender des Bekennerschreibens Hinweise auf den oder die Täter finden“, so eine Kripobeamtin vom Wilhelmsburger Kommissariat 44.
Man mag von der Aktion halten, was man will. Aber dass, wie oben geschrieben, von den Demonstranten niemand aus Wilhelmsburg kommt ist falsch. Ich habe die ganze Sache vom Ufer aus beobachten können und habe viele Gesichter erkannt, die hier im Viertel wohnen. Auch in Gesprächen vor dem Biergarten wurde deutlich, dass die allermeisten von ihnen schon seit vielen Jahren in Wilhelmsburg wohnen.
Eine gewisse Schadenfreude kann ich mir nicht verkneifen! Die brauchen sich nicht über solche Aktionen wundern. man hat Wilhelmsburg vergewaltigt, und die Wilhelmsburger haben sich alles gefallen lassen. Aber es gibt noch Widerständler! Und ich hoffe sie lassen nicht nach mit ihren Protestaktionen! Und dann noch der Mist mit dem Biergarten! Keine Parkplätze und ewig Stau und Streit weil alles zugeparkt ist. Es gab schon mehrfach Prügelein und gepöbel wegen Vorfahrtsrechte.
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